Südostasien Kletterreise 2015

Posted on Mai 4, 2015 with 8 Comments


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Schon vor einiger Zeit entschied ich mich, wieder auf Reisen zu gehen. Aufgrund des Umstandes, dass ich mich bereits vor einigen Jahren für ein Freijahr entschieden habe, will ich die ausreichend vorhandene Freizeit zumindest teilweise zur Erweiterung des persönlichen Horizontes nutzen und einmal mehr meinen favorisierten Kontinent Asien bereisen. Natürlich wird wieder Thailand als Reiseziel ganz oben stehen, geplant sind aber auch Abstecher nach Laos, Kambodscha und Malaysia. Im Zentrum steht, neben Strand, Urwald und etwas Kultur, das Sportklettern.

Mittwoch, 14. Jänner:

Die Anreise per Auto nach München verläuft problemlos, um 23 Uhr treffe ich bei meinem bayerischen Freund Waste ein, bei dem ich während der ganzen Zeit das Auto stehen lassen darf.

Donnerstag, 15. Jänner:

Nach einer relativ kurzen Nacht fährt mich Wastes Mutter die ca. 20 km zum Münchener Flughafen. Seit gestern stehe ich mit einem Jugendfreund aus Lienz, Thomas, in Verbindung. Über einen anderen gemeinsamen Freund habe ich zufällig erfahren, dass er sich seit heute in Kambodscha aufhält. Dank moderner Kommunikationstechnik stehen wir seit gestern regelmäßig in Kontakt und ich entschließe mich spontan dazu, ihm nachzufolgen. Er ist mit einem befreundeten Pärchen zum Tauchen auf den südlichen Inseln unterwegs. Meine Tauchkurse liegen ja auch bereits 5 Jahre zurück, eigentlich ideal zur Auffrischung und ein guter Südostasien-Auftakt. Um 11:50 Uhr startet der Oman Air-Flieger Richtung Muscat, der Hauptstadt des Sultanats. Es ist eine ganz ordentliche Fluglinie. Nach ca. 6 Stunden befinde ich mich ebendort im Transit, bis nach etwa 2 Stunden Wartezeit der Weiterflug, ebenfalls mit Oman Air, nach Bangkok ansteht. Die Zeit vergeht schnell, im Flieger sitze ich neben Daisy, einer 62-jährigen Schweizerin, die sich ihren Lebenstraum einer Australien-Reise erfüllt, aber bereits eine wahre (Flug-) Odyssee hinter bzw. noch vor sich hat. Der Flug verläuft kurzweilig, zum Glück klärt sie mich darüber auf, um diese Jahreszeit die Bucht von Hanoi in Vietnam zu meiden (dies wäre wohl das zweite südostasiatische Land im Zuge dieser Reise gewesen), denn dort ist gerade Monsunzeit mit häufigen Niederschlägen und Nebel, was für einen Klettertrip dorthin nicht allzuviel Sinn macht.

Freitag, 16. Jänner:

Um 7:30 Uhr Ortszeit landet der Flieger in Bangkok, der Drehscheibe Südostasiens. Da ich bereits dreimal in dieser Stadt war, möchte ich einen neuerlichen Aufenthalt in der 20-Millionen-Metropole vermeiden. So buche ich, nach einem ewig dauernden Procedere bei den Einwanderungsbehörden, den Weiterflug nach Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas (etwa 1,5 Mio Einwohner). Dieser Staat ist für mich Neuland, weswegen ich den nächsten Wochen gespannt entgegenblicke. Etwa gegen 14 Uhr setzt das Flugzeug zur Landung an. Das einen Monat gültige Visum ist bei der Ankunft recht schnell und unbürokratisch zu bekommen (für 30 US Dollar, der Währung, mit der man in Kambodscha immer und überall zahlen kann). Ich verlasse den Flughafenbereich zu Fuß in Richtung der stark befahrenen Hauptstraße und heuere ein Moped als Taxi an. Zum Glück ist der Fahrer kein Raser und schlängelt sich geschickt durch den chaotischen Verkehr der kambodschanischen Millionenmetropole durch. Am Sozius muss man dabei sein Gepäck gut festhalten. Ich habe von böse verletzten Touristen gehört, denen während der Fahrt der Rucksack heruntergerissen wurde, was natürlich schwere Stürze auf den Asphalt zur Folge hatte. Rucksäcke daher am Moped niemals am Rücken tragen, sondern zwischen sich und dem Fahrer einklemmen und zusätzlich mit beiden Armen festhalten! Nach etwa 30 spannenden Motorradminuten traf ich beim Büro vom Busunternehmen Capitol Tours ein. Ich hatte wieder Glück, 10 Minuten später startete bereits der Bus nach Sihanoukville, von wo aus morgen die Fähre auf die Insel Koh Rong startet, wo ich dann, wenn alles klappt, die drei anderen treffen werde. Die knapp 5-stündige Busfahrt kostet nur 5 Dollar. Raus aus der typisch südostasiatischen Stadt, geht es durchwegs flach, hauptsächlich an Landwirtschaften vorbei. Der erste Eindruck täuscht nicht, Kambodscha wirkt noch um Einiges ärmer als etwa Thailand. Schockierend auch, wieviel Plastik die über 150 km lange Fahrtstrecke links und rechts der Straße säumt… Das Land beginnt sich etwas zu erholen von der bereits knapp 30 Jahre zurückliegenden Schreckensherrschaft der Roten Khmer. Immer noch wirkt Kambodscha traumatisiert von den bürgerkriegsähnlichen Zuständen, denen 2 Millionen (!) Kambodschaner zum Opfer fielen… Wen dieses Thema interessiert, der findet bei Wikipedia gewiss zuhauf nützliche Informationen.

Etwa um 20 Uhr treffe ich in Sihanoukville ein und fahre per Mototaxi in die Tauchschule, wo Patrick, Kathi und Thomas die Fähre bereits für mich gebucht haben. Sie startet am nächsten Morgen um 8:30 Uhr früh. Ich checke gleich einmal ein billiges Schlafsaalbett in einem Backpacker Hostel und muss mich nach 30 Stunden mit wenig Schlaf erst mal kultivieren. Ich esse um die Ecke und schlendere noch ein wenig durch den Ort, vor allem im Strandbereich gibt es laute Partys. Nach einem kurzen Barbesuch in meinem Hostel falle ich übermüdet ins Bett.

Samstag, 17. Jänner:

kohrong

Ich schlafe bis 8 Uhr, checke schnell aus und erwische gerade noch die Fähre nach Koh Rong. Das Speedboot zischt schnell über die Wellen, es schaukelt wie im Vergnügungspark. Vielen Leuten wird schlecht und sie brauchen einen schwarzen Plastiksack… Nach etwas mehr als einer Stunde kommt das Boot an und Tom, Kathi und Patrick warten bereits beim Hafen. Ich ziehe zu Tom in den Bungalow, gegenüber ist der von Kathi und Patrick. Beide sind gleich wie Tom ebenfalls in der Filmindustrie beschäftigt. Nach dem Ablegen der Sachen frühstücken wir in einer Strandbar. Anschließend geht es an den Strand, wo wir einen entspannten Nachmittag verbringen. Nach dem Abendessen schauen Tom und ich noch auf eine Party an einem etwas entlegeneren Strand.

Sonntag, 18. Jänner:

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Noch gestern haben wir einen eintägigen Bootstrip für heute vereinbart. Um 9 ging es nach dem Frühstück im Sea House aufs Boot. Insgesamt waren es 11 Leute, die zu den 2 Bootsguides dazu kamen. Einige Male Zwischenstopp zum Schnorcheln und Fischen auf See und dann an den imposanten Long Beach, wo der anschließende BBQ am Strand stattfand, gingen aber zuvor hoch zum Restaurant, wo wir bereits etwas aßen. Das war unser Glück, denn der Barbecue bestand lediglich aus den wenigen Fischen, die wir an Bord gefangen hatten (!), auch das „free water und free beer“ bestand aus je einem Getränk… das Schwimmen nachts im fluoreszierenden leuchtenden Plankton entpuppte sich als schwer übertrieben. Alles in allem war die Exkursion, verglichen mit Thailand, eine herbe Enttäuschung an Leistung und Erlebniswert. Zum Abendessen treffen wir uns im neuen Ressort von Kathi und Patrick, die dorthin umgezogen sind. Da wir müde sind, gehen wir bald in unsere Bungalows.

Montag, 19. Jänner:

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Leichtes Frühstück am Walkway, dann zu viert den abenteuerlichen Dschungeltrail bis zum Long Beach gemacht, ca. 50 min. Überwältigende Strände, entspannter Tag. Treffen dort einige Camper bzw. gar nur Hängemattenreisende, die wirklich äußerst „basic“ herumziehen. Anschließend bei Koh Rong Dive für morgen einen Refresher Kurs um 90 USD gebucht, der 2 Tauchgänge inkludiert. Zum Abendessen gingen wir in ein neues Ressort mit freundlichem Personal. Auch heute wurde es nicht spät.

Dienstag, 20. Jänner:

longbeach

Gegen 8 Uhr aufgestanden, wie fast jeden Tag. Zum Frühstück wieder beim Platz vom gestrigen Abendessen getroffen. Nur Patrick- er ist verkühlt- ist da, Kathi bleibt liegen mit Magenproblemen. Gingen gleich zur Tauchschule, um die Tauchgänge zu cancellen. Für die Geldrückgabe verlangen sie aber ein ärztliches Attest. Doch der eigentliche Grund für  den Rücktritt ist, dass wir lieber in Thailand tauchen wollen, das über weitaus aufregendere Tauchspots verfügt. Außerdem ist es zurzeit ziemlich windig. Heute wollen wir an einen anderen Strand an der Ostküste, der Long Beach lag ja westseitig. Der Weg führt an Kathi und Patricks Treehouse Ressort vorbei und Nomen est Omen: Sie leben in einem sehr ausgesetzten Bambusbungalow direkt am Meer. Kathi liegt nur herum. Wir können sie schließlich doch davon überzeugen, mitzukommen. Auch die Moskitos haben sie ziemlich hergenommen. Auch ich scheine für die Biester genau das richtige Blut zu haben, mich haben sie genauso malträtiert. Weder für Patrick, noch für Thomas gilt dasselbe. Es ist wieder ein langer Weg, der teils durch Dschungel, teils am Strand entlang führt. Es ist neuerlich ein Traumstrand. Wir verbringen ein paar Stunden dort. Am Rückweg essen wir beim Treehouse Resort eine Pizza. Thomas und ich gehen zurück und wollen bei der Apotheke, nach mehreren Versuchen, das Attest holen, es ist nicht viel mehr als eine Formalität, für die aber zusätzliche 5 USD zu berappen sind. In der Nähe essen wir zu abend. Kathi und Patrick gehen bald heim, um schneller auszukurieren, morgen geht es ja wieder zurück aufs Festland. Tom und ich bleiben auf einen Drink, merken aber, dass es nun an der Zeit ist, weiterzuziehen. Die Tauchschule zur Rückforderung des Geldes hat heute schon geschlossen.

Mittwoch, 21. Jänner:

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Bereits um 6:30 Uhr machen wir uns ans Packen, bezahlen die Unterkunft und gehen frühstücken.  Das Geld von der Tauchschule bekommen wir anstandslos rückerstattet. Bis zu Mittag verbringen wir die Zeit mit dem Warten auf die Fähre. Bei ruhiger See geht es wieder per Schnellboot zurück nach Sihanoukville. Ein Privattaxi bringt uns in knapp 5 Stunden nach Kampot (33 000 Ew.), ein ruhiges Städtchen am Mekongfluss. Wir benötigen eine Zeit lang, um ein passendes Quartier zu finden, werden aber dann in einem Mittelklassehotel fündig, das ein Kanadier Tom empfohlen hat. Wir beziehen dort zwei penthouseähnliche Wohnungen. Kathi fühlt sich vom Magen her nicht sehr gut, Patrick zwickt es im Hals. Nach dem Abendessen bummeln wir noch ein wenig durch den vergleichsweise verschlafenen Ort, der aber seinen eigenen Charme versprüht.

FOTOS: Von Bangkok (Thailand), Phnom Penh (Hauptstadt Kambodschas), Sihanoukville nach…

Sihanoukville

Sihanoukville

Fähre nach Koh Rong

Fähre nach Koh Rong

Koh Rong (Kambodscha) zum Baden

Donnerstag, 22. Jänner:

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Nach dem Frühstück in Marktnähe statten wir eben diesem einen Besuch ab. Es ist ein klassischer überdachter südostasiatischer Markt, dessen Größe und nicht vorhandene Struktur mit keinem europäischen Markt vergleichbar ist. Die Gerüche und Hygienemaßnahmen tun ihr Übriges. Kathi, Tom und Patrick werden auch auf der Suche nach dem berühmten Kampot Pfeffer, der hier in der Gegend wächst, fündig. Das weltberühmte hiesige Gewürz durfte einst in keinem Pariser Nobelrestaurant fehlen. Entsprechend hoch ist daher auch der Preis, nicht eben aber am einheimischen Markt. Untertags und abends besuchen wir auch Lokale und Restaurants in der Parallelstraße zum Fluss.

FOTOS: Weiter nach Kampot- „dorthin, wo der Pfeffer wächst“ (Kambodscha)

Freitag, 23. Jänner:

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Beim Frühstück beschließen wir die Weiterfahrt nach Siem Reap, dem Ausgangsort für Touren zum Angkor Wat, der größten Tempelanlage der Welt. Kathi kümmert sich wieder um die Tickets, am Nachmittag sitzen wir schon im Taxi nach Phnom Penh, Kambodschas Hauptstadt (1,5 Mio. Ew.). Dort angekommen, braucht es eine Zeit lang, bis wir in den richtigen Anschlussbus einsteigen. Die Wartezeit verbringen wir mit Spazieren an der belebten Flusspromenade und Abendessen. Um 23:30 Uhr betreten wir den mit winzigen Schlafkojen ausgestatteten Bus. Ich kann zum Glück recht schnell einschlafen.

Samstag, 24.Jänner:

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Gegen 7 Uhr morgens kommt der Bus in Siem Reap (130 000 Ew.) an. Ich habe relativ gut geschlafen, obwohl die Fahrt oft über eine rumpelige Schotterpiste verlief. Nach dem Frühstück folgt die Quartiersuche. Tom und ich beziehen ein recht sauberes Hotel in der San Sok Road, Kathi und Patrick residieren 5 Minuten weiter entfernt in einem etwas ruhigeren Teil der Stadt. Tom und ich leihen uns 2 Fahrräder aus und strampeln die gut 15 km bis zum Angkor Wat. Wir überlegen, ob wir uns 3- Tages- Tickets bestellen sollen, entscheiden uns aber für die Eintagesvariante mit Option auf heutigen Kurzbesuch bei Sonnenuntergang. Da wir die Tickets erst ab 17 Uhr bekommen, warten Tom und ich die Zeit mit Radfahren und Lokalbesuchen ab. Am Abend bekommen wir noch schöne Eindrücke von den ersten Tempelanlagen, bevor wir wieder in die Stadt radeln. Patrick und Kathi warten auf Kathis Schwester Lilly, die heute per Flugzeug aus Wien via Bangkok anreist. Siem Reap erscheint uns am Abend wie verwandelt, es ist wahnsinnig viel los und die bunten Leuchtreklamen erinnern an Bangkok und vergleichbare Städte. Nach Lilys Ankunft treffen wir uns zum gemeinsamen Abendessen. Tom und ich checken noch eine gemütliches Lokal in der Nähe unseres Hotels aus.

Sonntag, 25. Jänner:

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Wir haben den Wecker auf 5 Uhr gestellt, um die schönsten Tempel bei Sonnenaufgang zu sehen, beim Läuten verwerfen wir diesen Vorsatz aber leider wieder. Erst um halb 7 stehen wir auf und weil es eh schon egal ist, frühstücken wir ausgiebig. Lilly leidet noch am Jetlag. Wir besuchen die 3 in ihrem Hostal, anschließend radeln Tom und ich nach Angkor Wat. Zwischendurch treffen wir die anderen trotz der unglaublichen Ausmaße dieser riesigen Tempelanlage, meist klappern wir die Tempel aber zu zweit ab. Irgendwie verliert Tom irgendwo irgendwann seine Geldtasche samt Bankomatkarte und sein heiß geliebtes i Phone, heutzutage ja regelrecht Schlüssel zur Welt. Unabhängig von seiner Suche und dem damit verbundenen Gschiss mache auch ich mich auf die Suche nach dem Verbleib der Sachen, wo wir sie als letztes vermutet hatten. Ich wurde von der Touristenpolizei am Sozius eines Mopeds hin- und herkutschiert, weil bekannt wurde, dass ein Tourguide mit seiner Gruppe das Telefon gefunden haben soll. Nur der Guide selbst blieb unauffindbar. Spät radelte ich allein zurück zum Hotel. Tom hatte per SMS mittlerweile mit dem ehrlichen Finder Kontakt aufgenommen. Der Israeli wollte ihm bei der Übergabe in dessen Hotel sogar noch Geld geben, weil er ihm leid tat, dass er alles verloren hatte (!). Tom hat zum Glück „nur“ ca. 40 USD in seiner Geldtasche stecken, aber noch etwas Bargeld in Reserve im Hotel. In Zeiten wie diesen nichts leichter als das, dass Tom wieder ans Geld kommt (Online Überweisung). Nach dem Abendessen schlendern wir durch das Zentrum und den Nachtmarkt und kehren zu fünft wieder in derselben Bar wie gestern ein.

Montag, 26. Jänner:

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Ich wache wieder viel zu früh auf und hole einige Blogeinträge nach. Kathi, Lilly und Patrick entscheiden sich, heute nach Thailand zu fliegen- heute nach Bangkok, morgen nach Krabi. Ich bin vorerst unschlüssig, da ich gern in den Norden nach Laos möchte, da es per Bus allerdings ab Siem Reap 16 Stunden und am nächsten Tag nochmals 8 Stunden dauert, entscheide ich mich doch dafür, mit zu fliegen. Da alle von meinen Tonsai- Erzählungen angetan sind, soll die Reise dorthin führen. Nach einigem Suchen nehme ich die Online- Buchungen von Tom und mir vor. Wir geben die Fahrräder zurück, essen zwischendurch und faulenzen am Swimmingpool. Um 17:30 Uhr geht es per Taxi zum Flughafen. Von dort fliegen wir um 21:45 Uhr nach Bangkok und landen beim alten Don Muaeng Airport. Nach einigen Streitereien mit einem Taxifahrer, der einen nach Abzocke riechenden Tarif für die 6 km zum Hostel haben will, fahren wir um etwas weniger Geld eben dorthin. Die Flüche, die der Taxler in Thai laut von sich gibt, wollen wir lieber nicht übersetzt haben. Etwa um 1:00 fallen wir müde ins Bett.

FOTOS: Unglaubliches, mystisches, einzigartiges ANGKOR WAT:

Dienstag, 27. Jänner:

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Bereits um 6:15 Uhr reißt uns der Wecker aus des Schlaf. So wirklich erholsam war er ja nicht, sehr laut dröhnte der an der Decke hängende Ventilator. Die große Schwüle tat ihr Übriges. Ohne Frühstück hieß es bereits um 6:45 Uhr ins Taxi steigen. Durch den dichten Verkehrswahnsinn drängten wir uns bis zum Airport. Bereits um 9 Uhr bestiegen wir die Maschine nach Krabi, wo wir gegen 10 Uhr landeten. Es dauerte ein wenig, bis wir den Airport Bus via Krabi Stadt nach Ao Nang betreten konnten. In Ao Nang erledigte jeder wichtige Wege wie Besorgungen, Bank usw., denn in Tonsai würde es ja wieder schwer werden, fern ab der Zivilisation. Ich mache mir überhaupt schon etwas länger Gedanken: wird meine „zweite Heimat“ annähernd so sein, wie ich sie kenne oder kann man gewissen Internetposts Glauben schenken, wonach dort kein Stein auf dem anderen geblieben sein und Tonsai nicht mehr diesen Spirit haben soll wie in vergangenen Tagen? Vom von Ao Nang aus gesehen entfernteren Pier geht es mit einem größeren Longtailboot nach Tonsai. Der erste Anblick lässt mir den Schreck in die Glieder fahren: die erste Reihe, all die an längst vergangene Backpacker Zeiten erinnernden Strandhütten, Hängematten, Kneipen, Slacklines existieren nicht mehr!!! Klingende Namen wie Chill out Bar, Sabai Sabai, Viking Bar, Sunset Bar u.ä. existieren nicht mehr. Nur die seit den Anfängen bestehende Freedom Bar samt Tonsai Bay Restaurant und Krue Thai Restaurant sind noch am Strand zu finden. Dort, wo Dschungel war, stehen derzeit nur Paletten mit Baumaterial. Das längst verheißene und wie ein Damoklesschwert über Tonsai schwebende Ressort ist nun nicht mehr weit entfernt. Wir sehen uns die einzelnen Ressorts an und entscheiden uns für das Mountain View. Nur Lilly geht ins Green Valley Ressort, das ihr noch den besten Preis für einen Einzelbungalowbezug bietet. Schon vorher erkennen wir, dass hinten im Dschungel alle Strandkneipen ihr neues Domizil aufgebaut haben. Dementsprechend gut ist die Atmosphäre dort. Fon, Chicken Mamas Tochter, die ja am Strand eine nette kleine Cafeteria unterhält, erzählt uns, dass Chicken Mama ebenfalls hinten im Dschungel auf Höhe des Countryside Ressorts neu eröffnet hat. Groß ist die Freude über das Wiedersehen mit Chicken Mamas Familie beim Abendessen. Lernen dabei auch Jorge aus Spanien kennen, der demnächst mit mir klettern will und etwa gleich lang wie ich Zeit hat. Auch er will über Nordthailand nach Laos weiter, um dort zu klettern. Vielleicht schließen wir uns zusammen. Wir lassen den Abend gemütlich bei Tab in der Backyard Bar ausklingen.

Mittwoch, 28. Jänner:

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Frühstücken in Fons Cafeteria und wandern bei Ebbe über Railay West an den immer wieder beeindruckenden Phra Nang Beach. Zuvor treffe ich noch am Bootsstrand von Tonsai auf Toon, mit dem ich für morgen eine Inseltour mit Schnorcheln ausmache. Es ist sehr viel los am Phra Nang Beach und wir klettern durch die Felshöhle der Escherwall zum überwaltigenden Aussichtspunkt über die Tonsai und Railay Bay. Noch vor Einbruch der Dunkelheit gehen wir über den Dschungelpass zurück nach Tonsai, gehen duschen und essen bei Chicken Mama zu Abend. Danach schauen wir noch bei Toffee in der Sunset Pirate Bar und ich noch kurz bei der Freedom Bar vorbei.

Donnerstag, 29. Jänner:

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Wir stehen um halb 9 auf und frühstücken im neuen The Rooftop at Basecamp. Überhaupt haben auffallend viele Restaurants, Shops und Bars neu eröffnet. Nach einem weiteren Kaffee bei Fon am Strand machen wir uns an den Bootsstrand und warten auf Toon, der noch eine Fahrt nach Ao Nang kurz vorher aufgerissen hat. Bald betreten wir das Boot und befahren teilweise neue Buchten und vor allem eine Höhle, durch die wir dann geschnorchelt sind. Wie vor 5 Monaten, ankern wir auch diesmal vor Poda Island, wo es weißen Puderzuckersand und türkisblaues Wasser gibt, allerdings wieder auf einem für mich neuen Strandabschnitt. Nach der Rückkkehr in Tonsai gehen Tom und ich auf einen frischen Mango sticky rice in ein Hafenlokal. Nach der Dusche essen wir diesmal frischen Fisch im Green Valley Restaurant. Anschließend gehen wir in die Sabai Sabai Bar.

Freitag, 30. Jänner:

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Tom und ich frühstücken bei Mama Chicken, da sie am Weg zum Dschungelpass nach Railay East liegt. Nach diesem schweißtreibenden Trek erreichen wir die Diamond Cave. Tom leiht halbtags Kletterschuhe und Gurt aus, wir klettern daraufhin ein paar Seillängen. Essen in Railay East eine Pizza, in West legen wir uns an den Strand. Wir nehmen den älteren Dschungelpfad zwischen Railay West und Tonsai, der etwas höher hinaufführt, und gehen duschen. Am Abend essen wir wieder im Green Valley Restaurant und besuchen danach Backyard Bar und Chill out Bar.

Samstag, 31. Jänner:

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Frühstück im Dream Valley Strandcafé beim Bootsanlegehaus. Verabschieden Patrick, Kathi und Lilly, die zum Tauchen nach Koh Phi Phi weiterziehen. Tom schmerzt ein Ringband an den Fingern und wir können daher heute nicht klettern. Treffen auch Toon dort und besprechen Weiteres für den heutigen Hochseefischerei Trip

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. Sehen auch einen über 2 m langen Waran im Unterholz. Verbringen einen Großteil des Tages am Strand bei wolkenlosem Wetter nahe der Freedom Bar und sehen viele Kletterer im Tonsai Roof und die Leute vom Thaitanium Projekt, die die Kletterrouten generalsanieren (= neu einbohren). Wir essen ausgiebig im Tonsai Bay Restaurant. Wie vereinbart, treffen wir um halb 4 beim Bootsstrand auf Toon und seine 2 Bootmänner. Wir schippern zuerst nach Ao Nang, um Lebensmittel und Verschiedenes für die Nacht einzukaufen. Etwa um halb 5 legen wir in Ao Nang ab Richtung Hong Island. Toon zeigt uns Dinge wie etwa den Angelhaken richtig an der Angelschnur zu befestigen usw. Immer wieder machen wir zwischen Inselgruppen und in Buchten Halt, um zu angeln. Wir sind jedoch leider nicht immer erfolgreich. Die mit Abstand größten Brocken wie etwa Red Snapper, Mongfisch holen noch Toon und der Bootsführer heraus. Der junge Bootsmann kocht ein Reisgericht, das Tom und ich samt der kredenzten Fischsauce Variationen nur kaum bis gar nicht hinunter bekommen. Nach weiteren Nachtfischereien drückt es mich mit dem dünnen Hüttenschlafsack und der ebenso dünnen Reisstrohmatte als Unterlage irgendwann in die steinharten Schiffsplanken und ich versuche, wohl oder übel ein Auge zu zu bekommen. Auch das Schaukeln im teilweise recht aufgewühlten Meer tut sein Übriges.

Sonntag, 1. Feber 2015:

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Ich wache auf und merke, dass irgendetwas nicht passt. Die Glieder schmerzen von den harten Planken. Tom war klüger, er hat sich in Ao Nang eine Hängematte gekauft und relativ gut geschlafen. Schon in der Nacht musste ich mein Hinterteil ein paar Mal über die Reling halten, so sehr räumte es mich aus. Mir war schlecht und das Schaukeln tat sein Übriges. Toon und seine Leute visierten im Morgengrauen noch den ein oder anderen Angelspot an, doch sie merkten, dass es keinen Sinn mehr hatte, weil ich nicht mal mehr aufstehen konnte. Ich musste mir, wie schon so oft in diesen Ländern, eine Lebensmittelvergiftung eingefangen haben. Gegen 10 Uhr trafen wir endlich wieder in Tonsai ein. Tom musste meinen Rucksack tragen, ich schleppte mich mit letzter Kraft ins Mountain View Ressort, wo wir erneut für 2 Nächte eincheckten. Danach warf ich mich nur noch ins Bett, nicht einmal das bei Durchfallerkrankungen so wichtige Trinken schaffte ich mehr. Ein unruhiger Dämmerzustand folgte, ich fieberte im heißen Bungalow, es gab ja erst ab 18 Uhr Strom. Erst gegen Abend, nach erfolgreicher Selbstmedikation (ich führe auf Reisen immer das Notwendigste selbst mit), ging es mir wieder besser und ich konnte zumindest wieder trinken, bloßen Reis essen, den mir Tom von Chicken Mama holte (ich schaffte allerdings nur ein paar Löffel davon), und wieder duschen und Zähne putzen. Doch hatte ich fix vor, morgen wieder klettern zu gehen. Patrick meldet sich aus Koh Phi Phi, sie haben ein tolles Quartier in einer ruhigen Ecke gefunden und frönen dem Tauchsport. Tom überlegt, übermorgen nach zu fahren. Ich will eher in Tonsai bleiben. Koh Phi Phi und Koh Phangan kenne ich ja beides bereits. Gehe relativ früh schlafen.

Montag, 2. Feber 2015:

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Ich fühle mich deutlich besser als gestern. Frühstücken leicht im Tonsai Bay Restaurant. Tom leiht sich im Rock Shop Gurt und Schuhe aus. Warten die ärgste Hitze am Strand ab, bevor wir bei Ebbe zur Cobra Wall gehen. Wir klettern zwei leichtere Routen und ich kann anschließend ein altes Projekt (Cobra Venom 6c) im zweiten Versuch abschließen. Wir essen im Krue Thai, gehen duschen und setzen uns anschließend in die Viking und in die Sunset Bar.

Dienstag, 3. Feber 2015:

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Auch heute Frühstück im Tonsai Bay Restaurant, anschließend checkt Tom die morgige Weiterreise nach Koh Tao, das Patrick, Kathi und Lilly nun anstelle von Koh Phangan anpeilen. Nach einem kurzen Intermezzo am Strand gehen wir diesmal zur Fire Wall und klettern 4 Touren an 2 Routen. Zum Abendessen sind wir diesmal im Andaman Restaurant. Obwohl ich sehr müde bin, kann mich Tom zu einem Abschlussdrink in die Viking Bar überreden.

Mittwoch, 4. Feber 2015:

Wir packen unsere sieben Sachen und checken im Mountain View Resort aus. Während Tom zum Tonsai Bay Restaurant vorgeht, klappere ich sämtliche Resorts bis zum höchsten Punkt am Dschungelpfad nach Railay East ab. Es geht bei 400 Baht los, allerdings sehr „basic“. Beim letzten Resort, eigentlich schon am Weg abwärts, werde ich (aus Kostengründen) fündig. Für 300 Baht sind Frühstück und Wifi bereits inklusive, allerdings lebt man sonst ziemlich spartanisch (6er Schlaf“hütte“ mit Moskitonetz und bestenfalls behelfsmäßiger Dusche), die Vermieter sind aber sehr nett und sprechen außerordentlich gut Englisch. Ich frühstücke heute noch bei Chicken Mama. Im Basecamp bringe ich eine Kletterpartner- Suchmeldung am Whiteboard an und schreibe einem, der ebenfalls einen Partner sucht, eine Nachricht und bringe sie an seinem Bungalow im Andaman Ressort an. Danach gehe ich zum Strand nahe der Freedom Bar und aktualisiere den Blog. Drei Amerikaner (2 Männer, 1 Frau), die gestern ebenfalls an der Fire Wall waren, bieten mir an, mitzukommen. Sie wollen heute in den oberen Bereich der Fire Wall. Mache noch ein paar Besorgungen, aber als ich nachkomme, bringen die Amis gerade ihre Kameras in Position, um Fotos in der klassischen Postkartenansichtskletterei aus der Höhle heraus zu machen. Das dauert aber seine Zeit und ich ziehe wieder von dannen, da es keinen Sinn macht, nur zuzuschauen. Den restlichen Nachmittag begehe ich nicht allzu produktiv mit Herumschlendern und Shake trinken. Dann bekomme ich ein Mail auf meinem Tablet, ein gewisser Garrett hat meine Kletterpartner Announce gelesen und mir geschrieben, dass ich ihn bei den Thiew Kao Bungalows in meiner Nähe finde, ein Mail zurückschreibe oder am Abend ins Andaman Restaurant komme, weil er sich einen Film ansehen will (dort werden in der Hochsaison regelmäßig Filme gezeigt). Mein neues „Unluxus“ Ressort heißt übrigens Sai Ngam Botanic Garden Resort- und man ist wirklich sprichwörtlich in der Botanik… Am Heimweg schaue ich beim beschriebenen Bungalow vorbei, Garrett ist gerade unter der Dusche, seine Freundin Stacey bittet mich aber zu warten. Wir quatschen zu dritt ein wenig auf deren Terrasse, bis uns die Moskitos vertreiben. Die beiden sind 4 Monate unterwegs, jetzt bereits im letzten Monat. Er ist früher viel geklettert, sie klettert nicht. Sie sind Amerikaner aus Colorado. Garrett ist eine Art Baumchirurg und in luftigen Höhen unterwegs. Wir haben bereits für morgen Vormittag klettern ausgemacht. Ich gehe hoch zu meinem Ressort, in der Schlafhütte ist nur ein Engländer, der morgen nach Koh Lanta weiterfährt. Nach der Dusche führt mein Weg hinunter ins „Zentrum“ zum Essen. Gehe dann aber doch zu Tab auf einen Chai Latte in die Backyard Bar, weil der Hunger nicht allzu groß ist.

Donnerstag, 5. Feber 2015

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Das laute Rascheln der Palmen am Wellblechdach des Schlafsaals weckt mich. Ich frühstücke gemütlich, am Tisch sitzt ein nettes österreichisches Pärchen, sie sind Vogelkundler. Gegen 9 Uhr kommen Garrett und Stacey vorbei und wir gehen über den Dschungelpass nach Railay East. Wir klettern am Vormittag an der Muay Thai Wall, essen und baden am Phra Nang Beach, klettern am Nachmittag an der Escher World Wall (leider ist meine Projektroute vom vergangenen Jahr stundenlang besetzt und ich kann sie leider nicht versuchen oder beenden) und nehmen den Rückweg durch die Höhle nach Railay West. Wir müssen etwa 15 m abseilen und gelangen an den Fuß der Thaiwand Wall, nach einem kurzen Abstieg zum Railay West Beach gehen wir bei Ebbe wieder nach Tonsai zurück. Garrett und Stacey sind super Leute und wir bleiben bei der Freedom Bar hängen. Garrett erzählt mir, er stammt ursprünglich aus Pittsburgh Pennsylvania. Stacey führt eine Bar in Colorado und stammt ursprünglich aus Panama. Wie gesagt, sind sie bereits 3 Monate unterwegs in Vietnam, Laos, Kambodscha und Thailand, wo sie noch ein knappes Monat  Zeit haben. Sie haben auch einen Reiseblog namens itchyfootedmonkeys.blogspot.com . Sie erzählen mir, dass ihnen die 3 Wochen in Vietnam nicht so gefallen haben. Umso besser fanden sie Laos. Gut zu hören, da ich Ende Feber ja auch dorthin will. Ihre Visitenkarte findet man oben am heutigen Foto. Ich erzähle ihnen, dass ich in der Zeit bis 24. Feber, bevor mein Thai Visum abläuft, gerne wieder nach Koh Yao Noi zum Klettern möchte. Auch sie möchten nach 1 Woche Tonsai dorthin, weil sie bereits davon gehört haben. Ich war ja schon vor eineinhalb Jahren dort, als ich mit Klaus aus Köln den verhängnisvollen Mopedunfall hatte. Nach dem Abendessen bei Chicken Mama gehen wir weiter in die Backyard Bar, wo es wie gewohnt ruhig und gemütlich ist.

Freitag, 6. Feber 2015:

Relativ früh aufgestanden, gefrühstückt, den Vormittag für Mails, Blog und Fotos genutzt. Um die Mittagszeit treffe ich Garrett und Stacey beim Kaffeehaus von Fon, Chicken Mamas Tochter. Wir wandern am Strand zur Fire Wall. Ich klettere 4 Touren an 3 Routen und kann wieder ein altes Projekt (White hot hernians 6b+) endlich abschließen. Wieder zurück im Ressort, sieht man einige neue Gesichter hier und wie auf Reisen so üblich, ergibt sich plötzlich, dass jede Menge Leute zum Essen mitgehen, weil sie erst angekommen sind und sich noch nicht so gut in Tonsai auskennen. Im Endeffekt sind wir 8 Leute, wir drei, ein deutsches Pärchen, ein Kanadier, ein Australier und noch ein US- Amerikaner und wieder mal ist es so, als würde man sich schon ewig kennen. Nach dem Abendessen bei Chicken Mama geht es wieder zu Tab in die Backyard Bar auf einen lecker cremigen Chai.

 Samstag, 7. Feber 2015:

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Nach dem Frühstück klettere ich mit Garrett im Dum’s Kitchen am Strand, bis uns die Hitze vertreibt. Simon, der Australier aus meinem Ressort, kommt vorbei, er will zu klettern beginnen und er will sich Gurt und Schuhe kaufen, weil er vor hat, länger hierzu bleiben. Also berate ich ihn und wir besorgen ihm die Ausrüstung im Basecamp. Auch Stacey schließt sich an und wir gehen im dichten Dschungel zur sehr exponierten Monkey World, die ich bei meinen bisherigen drei Besuchen in Tonsai vergeblich gesucht hatte und jedesmal von den Moskitos zerstochen irgendwo im Dschungel hängen blieb. Weil wir erst spät am Nachmittag gestartet sind und um für den heiklen Abstieg mit Flipflops nicht ins Dunkle zu geraten, lassen wir es bei einer Route für Simon, Garrett und mich gut sein. Nach der Dusche sind wir wieder einige Leute bei Chicken Mama: Simon, Garrett, Stacey, Manu aus Deutschland, Josh der Amerikaner und Jessy der Kanadier aus meinem Ressort. Anschließend verschlägt es uns alle außer Josh in die Sunset Bar, wo wir es diesmal etwas länger aushalten.

Sonntag, 8. Feber 2015:

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Nach knappen 4 Stunden Schlaf erwache ich ziemlich fertig. Das Klappern und Rascheln am Dach lässt mich nicht wieder einschlafen. Für heute ist definitiv ein Ruhetag angesagt. Es geht alles etwas langsamer als sonst, sogar das Frühstück. Mit Sam und Stacey gehe ich zum Strand. Auch Garrett ist etwas angeschlagen und bleibt im Bungalow. Es wird mir zu heiß und ich schlendere allein hoch in die Backyard Bar, wo Tab frisches selbst gemachtes Schwarzbrot mit Marmelade und Eiskaffee kredenzt. Eine Massage wäre ideal für den Rasttag gewesen, allerdings kann ich mich nicht mal mehr dazu aufraffen. Ich liege im Bett herum, kann aber nicht schlafen. Es bedarf auch der Überredungskunst der anderen, zum Abendessen zu Chicken Mama zu gehen. Mit Garrett, Stacey, Manu und Simon sitze ich an einem Tisch. Zu mehr als auf einen Sticky Rice Mango habe ich allerdings keine Lust. Gleich nach dem Abendessen gehe ich hoch zum Ressort, weil ich morgen bereits um 8 Uhr früh klettern mit Garrett ausgemacht habe.

Montag, 9. Feber 2015:

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Endlich wieder etwas ausgeschlafener, gehe ich gleich nach dem Frühstück zum Strand und entdecke am Rockshop Whiteboard, dass ein Österreicher einen Kletterpartner sucht und ich maile ihm, dass er sich morgen bei uns anschließen soll. Bereits gestern haben wir ausgemacht, zur Eagle Wall rauszugehen, was nur bei Ebbe möglich ist. Garrett kommt als Erster und sichert mich fünfmal in meinem Projekt am Strand (The Lion Kong 6c+), kann die Züge aber (noch) nicht aneinanderreihen. Stacey und Simon sind derweil beim Yoga. Eigentlich wollten Garrett und ich zu The Nest und um die Mittagszeit dann zur Eagle Wall gehen. Am Weg zu The Nest treffen wir Stacey. Wir essen gemeinsam etwas in einem relativ neuen Restaurant nahe der Bootsanlegestelle. Beim Nest ist zu viel los und Garrett entschließt sich, nach Railay zu schauen wegen ein paar Besorgungen. Stacey und ich rasten am Strand, später kommt Garrett aus Railay zurück und ich mache nochmals zwei Versuche im Projekt. Zum Abendessen bei Chicken Mama sind Manu, Jessy, Garrett, Simon, Pablo aus Chile (der jetzt ebenfalls im Schlafsaal eingezogen ist) und ich versammelt. Anschließend verabschieden wir in der Sunset Bar die Hochzeitsplanerin Manu aus Stuttgart, die morgen via Ao Nang, Krabi und Bangkok nach Deutschland zurückkehrt.

Dienstag, 10. Feber 2015:

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Ich habe mit dem Österreicher Jürgen für halb 9 bei der Freedom Bar ausgemacht, jedoch leider verschlafen und bin nach dem Frühstück erst nach 10 Uhr beim Strand. Schreibe ihm zuvor aber eine Mail und er schreibt zurück, dass es kein Problem ist, und er mit einer Kletterschule bereits ausgerückt ist. Am Weg zum Strand begegne ich Stacey und Garrett, die heute über Railay East zum Aussichtspunkt und zur Lagune am Phra Nang Beach wandern. Ich treffe Jens aus Berlin, der mich zweimal im Projekt am Strand sichert. Meine Arme fühlen sich heute an wie Blei. Augustino aus Mailand kommt vorbei. Mit ihm warte ich im Tonsai Bay Ressort die ärgste Hitze ab und genieße Burger und Shake. Mit Augustino klettere ich am Nachmittag im Nest, Jens kommt mit einer älteren englischsprachigen Kletterpartnerin nach. Hoch oben, habe ich plötzlich Sicht- und Rufkontakt zu Garrett, der überraschenderweise an der Monkey World eine Zweiseillängenroute klettert. Hannes, ein Deutscher, der in England Deutsch unterrichtet, klettert mit ihm. Ich lege mich zum Sonnenuntergang noch ein bisschen an den Strand. Mit Garrett und Stacey setzen wir uns vor die Freedom Bar. Jessy der Kanadier kommt vorbei. Andrea aus Würzburg, die aber in Barcelona studiert und mit ihrem spanischen Freund unterwegs ist, schließt sich an und wir gehen gemeinsam zu Chicken Mama. Dort setzt sich auch Hannes zu uns. Stacey, Garrett, Hannes und ich gehen in die Viking Bar, Simon kommt nach. Am Heimweg gehen wir noch in die Sunset Bar.

Mittwoch, 11. Feber 2015:

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Als ich aufwache, packt Jessy schon zusammen. Der junge Kanadier fliegt über Malaysia nach Australien und will dort ein Jahr bleiben, um zu arbeiten. Nach dem Aktualisieren des Blogs und dem Frühstück- neue Leute sitzen bereits auf der Terrasse: ein Brasilianer und ein Spanier- gehe ich zum Strand und habe eigentlich vor, heute nicht zu klettern. Stacey und Garrett erzählen mir, dass sich Hannes gestern noch spät nachts am Fuß verletzt hat. Er hat einer Anfängerin beim Slacklinen geholfen, ist dann selbst gestürzt und hat seinen kleinen Zehennagel verloren. Daher kann er nicht klettern und leiht den beiden seine Kletterausrüstung. Sie gehen nach Railay zum Klettern. Am Strand treffe ich Augustino, wir trinken einen Shake und gehen wieder zu The Nest. Dort klettere ich fünf Touren an drei Routen und kann endlich Dozer Days 6c abschließen. An der Stranglehold 6c+ fehlt es nur minimal zur Rotpunkt Kletterei. Heute gehe ich zuerst hoch zum Ressort, um zu duschen und ein paar Sachen zu waschen. Chicken Mama hat heute geschlossen. Ich setze mich ins Boatman Restaurant. Dort sitzen Josh und einige spanische Kletterer. Auch Hannes, Stacey, Garrett, Simon, Jake, Pablo und der Brasilianer kommen vorbei. Nachher setzen sich Garrett, Stacey, Hannes, ein Kanadier und ich vor die Freedom Bar.

Donnerstag, 12. Feber 2015:

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Beim Frühstück verabschiede ich mich vom deutschen Pärchen (siehe 6. Feber) aus Heidelberg, das heute heimfährt. Am Strand treffe ich Andrea und später kommt auch Augustino aus Railay East dazu. Ich klettere mein Projekt am Strand zweimal, merke aber, dass ein Pausetag für meine Arme dringend nötig wäre. Nahe des Krue Thai Restaurants hängt ein großes Plakat, wonach übermorgen in Tonsai ein großer Säuberungstag angesetzt ist. Schon lange schwebte mir vor, hier etwas Ähnliches zu initiieren und ich möchte unbedingt dabei mithelfen, die Halbinsel zumindest teilweise von den Unmengen an Plastik zu befreien. Ich verabschiede mich von Hannes, der Richtung Laos weiterzieht. Weil wir uns in Vang Vieng Ende Feber zum Klettern treffen wollen, tauschen wir die Mailadressen aus. Wir kaufen einiges zu essen und zu trinken ein und machen uns gerade noch rechtzeitig, bevor die Flut einsetzt, auf den Weg zur Eagle Wall. Dort sind bereits Stacey, Garrett und Jake. Ich klettere an diesem Nachmittag nicht mehr, sichere aber und gebe Klettertips weiter. Bis die zunehmende Ebbe wieder ein Zurückgehen nach Tonsai möglich macht, verbringen wir die Zeit am netten fast privaten Strand neben dem sehr mystischen Dschungel der Eagle Wall. In einiger Entfernung vom Strand ist an zwei Felsen, etwa 2 Meter über dem Wasser, eine Highline (=Slackline) angebracht. Aufgrund dessen, dass die Felsen messerscharf und leicht geneigt sind, ist es ein äußerst riskantes Unterfangen und ich lasse recht bald die Finger davon. Jake, Garrett, Stacey und ich trinken ein Bier in der Freedom Bar. Anschließend bringe ich das Zeug rauf zum Ressort und dusche. Chicken Mama hat heute wieder offen. Ich esse dort zusammen mit Stacey, Garrett, Jake, Simon, Pablo, Pedro und Maria aus Spanien und einer weiteren Deutschen. Sind dort noch eine lange Zeit gesessen, Andrea kommt auch nach und wir sind noch in der Backyard und in der Sunset Bar.

Freitag, 13. Feber 2015:

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In der Nacht können alle im Schlafsaal nur schlecht schlafen, weil Riccardo, der Brasilianer, eine Lebensmittelvergiftung erlitten hat. Er muss sich die ganze Nacht über stark übergeben und hat noch dazu schwere Durchfälle. Da es bekanntermaßen keinen Arzt und keine Apotheke in Tonsai gibt, helfe ich ihm mit allerlei Medikamenten aus, er ist total geschwächt und dehydriert. Er selbst glaubt, dass er es sich bei ChickenMama geholt hat, weil zwei Finnen, die dasselbe wie er gegessen haben, ebenfalls an Food Poison laborieren. Beim Frühstück sitzen einige neue Gesichter. Obwohl ich heute einen Rasttag eingeplant habe, nehme ich das Kletterzeug zur Sicherheit mit an den Strand. Dort angekommen, will mich Josh aus Kentucky dazu überreden, mit ihm zum The Keep zu gehen, einem meiner Lieblingsklettergebiete in Railay East. Doch um meinem Körper die längst überfällige Pause zu geben, bleibe ich diesmal standhaft. Augustino kommt vorbei und wir verbringen einen Großteil des Tages mit Relaxen am Strand. Irgendwann kommt auch Stacey dazu. Garrett ist nach Railay gewandert, um dort einige Dinge zu erledigen. Mit Augustino setze ich mich am frühen Abend zur Freedom Bar. Nach der Dusche und der Nachschau nach Riccardo, dem es etwas besser geht, gehe ich mit Josh zu Chicken Mama und bin am Tisch mit einigen neuen Gesichtern aus meinem Ressort, die ich noch nicht alle zuordnen kann. Neben Simon sind zumindest ein Engländer und ein Schweizer, die neben dem Schlafsaal ein Zelt bezogen haben. Heute gehe ich früh schlafen, weil ich zum morgigen Tonsai-Aufräumtag pünktlich vorort sein will.

Samstag, 14. Feber 2015:

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Nach dem Frühstück gehe ich mit Josh und Simon runter zum Tonsai Bay Restaurant. Es sind bereits viele Leute da, alle in grünen T- Shirts anlässlich der Aufräumaktion. So ein Tonsai Clean Shirt gibt es samt Kaffee gleich mal als Einstandsgeschenk. Es läuft alles fast zeremoniell ab. Viele Offizielle sind da (Landbesitzer?) und halten Ansprachen. Unter anderem organisiert Toffee von der Sunset Bar die ganze Aktion. Doch im Hintergrund trägt sicher alles die Handschrift von Elke, der Deutschen, die im Basecamp Tonsai alle Fäden zieht und unter anderem Autorin des Kletterführers „Rock Climbing in Thailand and Laos“ ist. Am Ende wird sogar ein Band durchgeschnitten, dadurch gilt die Aufräumaktion offiziell als eröffnet. Auch Garrett und Stacey, später auch der Engländer und der Schweizer, die ein Zelt in meinem Resort bezogen haben, helfen mit. Ich schätze einmal, es sind an die 100 Leute. Ich säubere gleich einmal die Gegend um die Freedom Bar und später über die Hauptstraße den Pier und den Bereich um die ehemalige Viking Bar. Insgesamt kommen dabei allein von mir fast 3 große schwarze Plastiksäcke zusammen. Allerdings gäbe es unendlich viel Müll hier, vor allem im Dschungel und im Bereich der Resorts, leider herrscht aber vor allem unter den Einheimischen gar kein Umweltbewusstsein. Die Aufräumaktion, lasse ich mir sagen, findet alle paar Monate statt, ist aber sehr gut organisiert. Am Schluss gibt es gratis Mittagessen und Eis für alle. Augustino kommt aus Railay herüber, zuerst rasten wir am Strand, gegen 15 Uhr gehen Simon, Garrett, Augustino und ich zur Monkey World hoch, Simon, der ein ausgezeichneter Fotograf ist, hängt im Stand und macht tolle Kletterbilder von oben. Ben aus England, der uns von unten klettern sieht, hängt sich an und klettert mit. Verlasse die Monkey World etwas früher mit Augustino, um das Projekt am Strand zu beenden, schaffe es aber auch heute nicht. Nach einem kurzen Einkehrschwung in die Freedom Bar mit Augustino, Garrett, Jake und Stacey gehe ich hoch zum Ressort. Nach der Dusche gehe ich mit Riccardo, dem es wieder gut geht, auf einen riesen Chicken Burger zum Boatman Restaurant und anschließend in die Sunset Bar, wo heute eine große Party anlässlich des Aufräumtages stattfindet. Obwohl viele Bekannte da sind, halte ich mich nicht lange dort auf.

Sonntag, 15. Feber 2015:

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Nach dem Frühstück gehe ich zum Strand. Bei weiteren vier Versuchen im Projekt sichern mich eine Russin, zweimal Terry aus den USA und einmal Jonathan aus Deutschland. Die Kalifornier Thommy und Ben sind auch vorort, wie sich überhaupt viele Leute an dieser Route versuchen. Zum wiederholten Male scheitere ich nur knapp. Mittags wandere ich hinüber an den Phra Nang Beach, weil ich dort mit Augustino ausgemacht habe. Garrett geht mit Ben und noch jemandem bereits etwas früher Richtung Railay. An der Escher World Wall gelingt mir endlich der Durchstieg eines ewigen Projektes, Best Route of Minnesota 6c, eine herrlich ausgesetzte steile Wand- und Gratkletterei. Hong und Tin, ein Pärchen aus Taiwan, sind ebenfalls vorort und machen Fotos von der wunderschönen Route am Eingang zur Höhle, durch die man mittels Abseilen den Fuß der Thaiwand Wall erreicht. Ich hoffe, dass mir die Taiwanesen die tollen Fotos mailen werden, was aber noch eine geraume Zeit dauern dürfte. Chris, ein Kanadier, der in Bangkok unterrichtet, und seine Freundin Helen, Engländerin und ebenfalls Englischlehrerin in Thailands Hauptstadt, leihen mir im Vorfeld zum Glück drei Expressschlingen, weil 5 Stück noch im Lion King Projekt am Tonsai Bach hängen und ich für die lange Route zu wenig gehabt hätte. Augustino und ich genießen anschließend noch ein Bad am mittlerweile herrlich menschenleeren Phra Nang Beach bei Sonnenuntergang. In Railay East essen wir eine leckere Pizza in der Strandbar, die ich bisher bei jedem Thailandurlaub aufgesucht habe. Augustino stellt mich vier Oberösterreichern vor, die in seinem Ressort in Railay East wohnen. Ein Wahnsinn, einer erkennt mich aus dem Internet wieder!!! Er wollte Infos zum Klettern in Thailand bekommen, googelte das aus und traf auf meine Webseite. Die dort angeführten genauen Reisetipps bildeten Grundlage für deren Entscheidung, hier ihren Urlaub zu verbringen! Etwa um 21 Uhr nahm ich den feuchtheißen Dschungelpfad zurück nach Tonsai, weil ich ihn aber erstmals in Gegenrichtung beging und dies bei Nacht, verlief ich mich auch einmal. Nach der Dusche im Ressort führte mich der Weg in die Sunset Bar, wo ich gemütlich mit Toffee, dem Schweizer Miro, dem Engländer Benjamin, Simon, Riccardo, Jonathan aus London, einem Franzosen, einem Amerikaner und mit Josh, der bei der heutigen Jamsession Schlagzeug spielte, zusammenhockte. Mit Andrea machte ich aus, die Bilder von der Eagle Wall morgen auszutauschen, weil sie übermorgen mit ihrem Freund Tonsai verlässt.

Montag, 16. Feber 2015:

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Ich habe relativ kurz geschlafen und gehe nach dem Frühstück wie immer an den Strand. Vorher unterhalte ich mich mit Neuankömmlingen im Ressort: Chris aus Frankreich und Ivan aus Mexiko. Vormittags habe ich Klettern mit dem Schweizer Miro und Cedric aus Belgien ausgemacht. Ich starte wieder ein paar Versuche im Projekt am Strand, am frühen Nachmittag gehen Cedric, Garrett, Agostino und ich über Railay West zur Thaiwand Wall. Leider ist meine Wunschroute Equatorial 6c ständig besetzt, doch wenigstens gelingt mir Organ Grinder 6c im zweiten Versuch. Garrett geht früher zurück nach Tonsai, Cedric, Agostino und ich schwimmen eine Runde am Strand von Railay West. Nach der Dusche treffe ich Andrea, die morgen nach Koh Tao weiterreist, und wir tauschen Kletterbilder aus. Auch Stacey, Garrett und Cedric sitzen am Tisch. Erich, ein Schweizer, setzt sich dazu. Nach dem Essen treffe ich zufällig zwei der vier Oberösterreicher von gestern, Stefan und Andi, in der Sunset Bar. Stacey ist auch da, die mit Maria aus Spanien zusammensitzt. Garrett geht schon früher nach Hause. Wir drei Österreicher setzen uns noch kurz zu Stacey und Maria.

Dienstag, 17. Feber 2015:

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Ich habe gut geschlafen und sitze mit den Neuen im Schlafsaal, Ivan aus Mexiko und Rina aus Finnland, beim Frühstück. Am Strand habe ich wieder drei Versuche in der Lion King, Jens aus Berlin und Agostino sichern mich abwechselnd. Nach einem Sticky Rice Mango im Tonsai Bay Restaurant lege ich mich mit Agostino etwas an den Strand. Erst dort fällt mir auf, dass ich gestern die teure Kamera in der Sunset Bar vergessen habe. Ich renne gleich hoch, zum Glück hat sie Toffee für mich auf die Seite getan (was er nicht machen hätte müssen)… Wieder klettere ich am Strand mit Jens. Mit Agostino sitze ich noch kurz in der Freedom Bar. Am Weg hinauf gehe ich gleich ins Boatman Restaurant und setze mich zu Riccardo, Simon, Benjamin, Miro und Chris. Nach der Dusche mache ich einmal Ordnung auf meinem Platz im Schlafsaal, führe den Blog weiter und verarzte Rina und Riccardo, die sich beide am Fuß verletzt haben. Am späten Abend fällt der erste Regen seit meiner Abreise- und der dauert auch keine Viertelstunde.

Mittwoch, 18. Feber 2015:

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Ich stehe relativ früh auf, da ich bereits um 8:30 Uhr mit Jens klettern ausgemacht habe. Beim Frühstück ist sehr viel los, das Sga Ngam Botanic Garden Ressort platzt heute aus allen Nähten. Jens Frau Nanette, Cedric und Agostino sind auch am Strand. Endlich kann ich The Lion King 6c+ abschließen. Am Nachmittag gehen Jens, Nanette, Cedric, Agostino, Maria aus Spanien und ich zur Eagle Wall. Beim Hinübergehen bei steigender Flut verletzt sich Cedric am scharfen, rutschigen Fels und zieht sich ein tiefes blutendes Cut an der linken Fußsohle zu. Maria und ich stoppen die Blutung, desinfizieren die Wunde und verbinden sie. Klettern ist die nächsten Tage für ihn vorbei. Dadurch, dass ich das Projekt endlich abgeschlossen habe, verlege ich mich heute aufs Sichern und aufs Weitergeben von Kletter- und Sicherungstipps. Erst im Dunkeln kehren wir zurück. Maria, Simon aus der Schweiz und ich setzen uns vor die Freedom Bar und anschließend zu Tab in die Backyard Bar auf einen leckeren Chai Latte. Beim Abendessen bei Chicken Mama sitze ich mit Cedric, Maria und Garreth aus Südafrika an einem Tisch. Anschließend kehren wir wieder in der Backyard Bar ein und danach schauen Garreth, Cedric und ich noch in der Sunset Bar vorbei. Die halbe Nacht lang regnet es relativ stark. Der Schlafsaal wirkt heute verlassen: Rina, Riccardo, Chris und Josh sind alle heute abgereist, nur mehr der Mexikaner Ivan und ich sind noch drin.

Donnerstag, 19. Feber 2015:

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Morgens sitze ich mit Cedric beim Frühstück. Beim Strand warten bereits Maria und Agostino. Für ihn ist es der letzte Tag, bevor er nach Mailand zurückfliegt. Er will daher heute einen Rasttag am Strand einlegen. Mit Maria gehe ich zur Thaiwand Wall, Simon, Garrett und Stacey kommen nach. Weil wir fünf Personen mit einem Seil sind, kommen wir jeweils nur ein wenig zum Klettern. Ich treffe allerdings die Taiwanesen Hong und Tin, die vor einigen Tagen Kletterbilder von mir gemacht haben, und ziehe die Fotos auf mein Tablet. Am Rückweg nach Tonsai suche ich nach Bootsmann Toon am Pier, der morgen einige Leute zum Deep Water Solo aufs Meer bringen soll. Garrett sagt, dass derzeit 12 Leute mitfahren wollen. Deep Water Solo heißt seilfreies Klettern bis zum Absturz ins Wasser. Da ich dies bereits vor fünf Jahren einmal gemacht habe (Sprung aus 19 m Höhe! Siehe Blogartikel „Klettern und Reisen in Südthailand 2010“), bin ich mir noch nicht sicher, ob ich mich morgen anhängen werde. Leider finde ich Toon nirgends, gehe hoch zum Ressort und treffe die Entscheidung, am 24. Feber Richtung Laos aufzubrechen. Es kostet mich viel Zeit und Nerven, via Internet die Flüge zu buchen. Von Krabi fliege ich am Dienstag mittags nach Bangkok und lande am Don Muaeng Airport, der nationale Flüge abfertigt. Von dort erfolgt eine 45 km lange Busfahrt zum Suvarnabhumi International Airport, wofür man aufgrund des dichten Verkehrs bis zu zweieinhalb Stunden kalkulieren muss. Um halb 9 Uhr abends geht dann der Flieger weiter nach Vientiane, der Hauptstadt von Laos, wofür ich weitere eineinhalb Stunden einplanen muss. Leider macht mir auch die Aktualisierung meines Blogs zu schaffen, weil es mich, aus welchen Gründen auch immer, ständig aus der Seite wirft. Nach einigen verschwendeten Stunden gehe ich ziemlich spät hinunter ins „Zentrum“ und bin froh, dass das Hanna Restaurant noch offen hat und ich noch einen Burger mit Pommes (!) verdrücken kann. Maria kommt zufällig vorbei, sie hat beschlossen, mit Garrett und Stacey, die ebenfalls vorbeikommen, übermorgen nach Koh Phangan weiterzuziehen. In der Sunset Bar versuche ich mit dem dortigen Wifi wieder, meinen Blog auf Vordermann zu bringen, gebe aber bald entnervt auf und wandere hoch zum Ressort.

Freitag, 20. Feber 2015:

Ich stehe früh auf, mag aber nicht zum Deep Walter Soloing mitkommen. Leider ärgere ich mich mit meinem Blog weiter, immer wieder schmeißt es mich aus dem Programm raus. Cedric sitzt noch beim Frühstück, will aber klettern gehen. Allerdings hat Garrett gestern am Rückweg von der Thaiwand Wall mein Seil mitgenommen. Wir halten Nachschau vor seinem Bungalow im Tiew Khao und haben Glück, er hat es auf der Terrasse liegen gelassen. Es ist Cedrics Idee, zum sehr steilen, neu eingebohrten Gibbon Roof hochzugehen. Es ist genau die Kletterei, die mir gefällt, fast keine Leute dort, stark überhängend, ein Spiel mit dem gesamten Körper. Man muss oft ganze Arme oder Beine verhaken, um die Stelle zu bewältigen. Leider machen uns die extrem aktiven Moskitos zu schaffen. Trotz Spray und Raucherstäbchen greifen sie an wie verrückt. Diesmal haben wir es nicht weit nach Hause, da das Gebiet im Dschungel ganz nah bei unserem Ressort liegt. Nach der ersehnten Dusche wollen wir zu Chicken Mama essen gehen. Inzwischen ist die Anzahl der Leute im Schlafsaal wieder auf fünf angewachsen, außer mir und Ivan sind Javier und Guillaume aus Spanien und auch Rina, die aus Koh Phi Phi nach Tonsai zurückgekehrt ist, hier. Beim Essen sitze ich mit Ivan, Cedric und Fabian aus Frankreich zusammen. Anschließend gehen wir in die Backyard Bar. Guillaume und Javier kommen nach. Ivan und ich verlieren im Tischfußball gegen Cedric und Fabian mit 7:10.

Samstag, 21. Feber 2015:

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Sitze zusammen mit Rina, Guillaume, Javier und Cedric beim Frühstück. Wir lassen uns Zeit, einmal wandern Cedric und ich hinunter ins „Zentrum“, um ein paar Dinge einzukaufen. Etwa gegen Mittag gehen wir wieder zum Gibbon Roof. Dort ist heute deutlich mehr los. Es ist anfangs zwar noch etwas kühler, bald jedoch kommt wieder die feuchte Hitze und damit gibt es auch Unmengen lästiger Moskitos, die sich nicht einmal durch Sprays und Raucherstäbchen vertreiben lassen. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, derart viele Moskitostiche am ganzen Körper verteilt zu haben wie an diesem Tag. Fabian, Charly und weitere Österreicher sind ebenfalls hier, Charly macht tolle Fotos von mir in einer 6c+ Route im Dach. Auch Jake ist mit einigen Leuten hier. Bereits gegen 16:30 Uhr müssen wir aufgrund der nervigen Blutsauger das Feld räumen und gehen zurück zum Ressort. Die aufgestaute Hitze lässt mich sofort die Dusche aufsuchen, da wir hier oben im Dschungel ja kein Meer in der Nähe haben. Cedric und ich planen anschließend eine Mehrseillängenroute für den nächsten Tag in der Monkey World. Wir gehen auf einen Burger zum Boatman Restaurant. Ein Deutscher namens Asdir setzt sich zu uns. Auch Garreth, der Südafrikaner, kommt vorbei. Mit Cedric und Asdir spiele ich noch einige Partien Genga in der Backyard Bar, bevor ich – so früh wie nie – ins Bett gehe.

Sonntag, 22. Feber 2015:

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Nach dem Frühstück plage ich mich wieder mit Problemen mit dem Blog herum, bevor ich mit Cedric Richtung Rock Shop am Strand gehe, wo wir ein paar fehlende Sachen für die Mehrseillängenroute besorgen. Wir halten uns mit Jens und Nanette ein wenig am Strand bei Dum’s Kitchen auf und gehen dann hinüber zur Boulderhöhle, wo der Einstieg zur Tour ist. Kurz zuvor deponieren wir unsere Rucksäcke mit Dingen, die wir nicht brauchen, im Restaurant Legacy. Am Einstieg machen sich schon zwei Seilschaften bereit. Es ist noch ein wenig Sonne in der Wand und wir warten noch etwas zu, damit es auch zu keinem Stau bei den Standplätzen kommt. Etwa um 13:30 Uhr steigen wir in die „Big Wave“ ein, 5 Seillängen 6a+, 6b, 6b, 6b, 6b, meiner Meinung nach sehr großzügig bewertet. Ich steige die gesamte Tour vor, die atemberaubende Tief- und Panoramablick bietet. Von oben sehen wir mit Bestürzung, dass eine riesige schwimmende Plattform vor Tonsai geankert hat, Unmengen an Fahrzeugen und Baumaterialien werden angeliefert. Die Mauer an der Hauptstraße ist jetzt auf einer Seite durchgehend fertiggestellt und man hat das Gefühl, da wird was Großes gebaut. Die einfacheren Leute wie wir werden ins Hinterland verdrängt… Nach dem Abseilen setzen wir uns kurz an den Strand nahe des Pier und essen anschließend im Legacy. Am Rückweg treffen wir Jens und Nanette beim Ting Tong Café und setzen uns gemeinsam vor die Freedom Bar. Nach einem kurzen Intermezzo in der Sunset Bar lassen wir den Abend gemütlich in der Backyard Bar ausklingen. Der Franzose Fabian und weitere Leute, die man vom Sehen her kennt, sind dort wieder anzutreffen, die allesamt die ruhige Atmosphäre dort zu schätzen wissen.

Montag, 23. Feber 2015:

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Weil ich mit Cedric bereits am Morgen Klettern am Strand ausgemacht habe, bin ich bereits recht früh wach. Ich gehe nach dem Frühstück hinunter zum Tiew Khao Ressort, um Simon, den Australier, ausfindig zu machen, damit er mir die tollen Kletterbilder von der Monkey World (siehe 14. Feber) kopiert. Er ist jedoch gerade nebenan beim Tonsai Yoga und ich warte, bis er fertig ist. Mit mir wartet Lisa, eine Schweizerin, weil sie früher etwas im Yogacenter vergessen hat. Sie ist Dolmetscherin, spricht 6 Sprachen nahezu fließend und kommt gerade aus Burma/ Myanmar. Dabei erzählt sie Interessantes vom „Thailand vor 30 Jahren“, so rückständig sei dieses südostasiatische Land. Simon kommt erst spät vom Yoga und bringt mir gleich die SD- Karte aus dem Bungalow. Es zahlt sich nicht mehr aus, am Strand zu klettern, daher nehmen Cedric und ich den kurzen Dschungelpfad nach Railay West. Bereits gestern haben wir ausgemacht, uns mittags mit Jens vor dem Eingang zum Phra Nang Beach zu treffen und gemeinsam eines meiner Lieblingsklettergebiete zu besuchen, „The Keep“ in Railay East. Er hatte davor einige Besorgungen mit Nanette in Railay. Als wir dort ankommen, klettert er bereits an der Muay Thai Wall mit Li, einer Schweizerin. Sie kommt ebenfalls mit zu The Keep. Dort gelingt mir eine 6c Route onsight: „Babo does Thailand“ und sogar eine 7a im dritten Versuch: „Lom Mon (Cyclone)“! Der perfekte Klettertag wird dadurch abgerundet, dass Jens und ich vom Klettergebiet aus einen Delfin im Meer sehen, der mehrmals elegant aus dem Wasser taucht! Jens marschiert zurück zu Nanette nach Tonsai, während Li, Cedric und ich abends ein Bad und die schöne Stimmung am Phra Nang Beach genießen. Danach besuchen wir die beste Pizzeria in Railay East, die „Pranang Cuisine“. Über Railay West geht es via Dschungelpfad zurück nach Tonsai. Ich suche ein paar Märkte auf, weil ich auf der Suche nach einem bestimmten Tonsai T- Shirt bin und folge dann Li und Cedric in die Chill Out Bar. Mit Cedric gehe ich noch in die Backyard Bar, die ja immer am Heimweg liegt. Der Franzose Fabian und weitere Bekannte sind auch wieder dort. Leider muss ich feststellen, dass Simons Bilder nicht auf der SD- Karte sind und auch Cedrics Go Pro Bilder unserer Mehrseillängenroute lassen sich nicht übertragen. Wieder einmal fühle ich mich als Sklave der Technik, die nichts als wertvolle Zeit auffrisst.

Dienstag, 24. Feber 2015:

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Nach dem Aufwachen mache ich mich gleich ans Packen, heute geht es ja weiter nach Laos. Ein wenig ärgert mich, dass ich mich im Vorfeld zu wenig informiert habe und einen Flug von Bangkok nach Vientiane (Hauptstadt von Laos) gebucht habe, was nicht nur komplizierter weil zeitaufwändiger, sondern zudem auch teurer ist. Erst kurz nach der (verbindlichen) Onlinebuchung habe ich gesehen, dass ein Flug in den äußersten Norden Thailands, nach Nakon Phanom, mit anschließender zweistündiger Busfahrt, kurzer Bootsfahrt über den Mekong mit Visumprocedere und weiterer Bus- bzw. Tuk Tuk- Fahrt bedeutend schneller gewesen wäre. So wäre ich schon heute angekommen. Nun ist es schon passiert und ich muss das Beste daraus machen. Beim Frühstück verabschiede ich mich von den netten Inhabern des Sai Ngam Botanic Garden Ressort, deren Gast ich fast 3 Wochen war, und auch von Ivan und Javier, die zur selben Zeit wie ich frühstücken. Cedric geht mit mir runter zur Sunset Bar, zuvor habe ich Simon aufgeweckt und wir versuchen nochmals, die Bilder zu überspielen. Die verschiedenen Formate und Kompatibilitätsmodi der einzelnen elektronischen Medien sorgen fast für graue Haare… Ich mache noch Einkäufe und verabschiede mich auch von Tab in der Backyard Bar. Schön, dass auch Toon zufällig am Pier anwesend ist, als ich mit 5 Amerikanern- zeitlich schon recht knapp bemessen- endlich per Longtailboot nach Ao Nang übersetze. Ich bezahle die preisliche Differenz auf die normalerweise 8 Leute für ein volles Boot freiwillig gerne aufgrund dessen, dass ich es eilig habe. Normalerweise fährt das Boot ja erst, wenn 8 Leute beisammen sind. Ebenso zahle ich in Ao Nang den vierfachen (!) Preis für die Fahrt zum Flughafen Krabi, weil ich sonst wohl zu spät gekommen wäre. Es passt alles und ich sitze rechtzeitig um halb 2 nachmittags im Air Asia Flieger nach Bangkok. Dort angekommen, geht es um 15:30 Uhr vom Don Mueang Airport in einer knappen Stunde Busfahrt an unzähligen Wolkenkratzern vorbei, weiter zum Suvarnabhumi Airport. Zum Glück ist der Verkehr in Bangkok zu dieser Zeit erträglich. Allerdings habe ich aufgrund dessen fast 4 Stunden Wartezeit, bevor es mit Lao Airlines um 20:30 Uhr nach Vientiane weitergeht. Nach einer Stunde Flugzeit steige ich bereits wieder aus. Ich marschiere einige hundert Meter vom Flughafen weg und zahle dadurch den halben Preis für ein Tuk Tuk ins Zentrum, anstelle der überteuerten Taxifahrt. Bereits vorher im Flugzeug entscheide ich mich beim näheren Studium des Reise- bzw. Kletterführers dazu, doch nach Thakek weiterzufahren, und nicht zuerst, wie eigentlich geplant, nach Vang Vieng. Wenn man von Laos Süden nach Norden und anschließend über den Landweg wieder nach Thailand kommen will, ist dies definitiv die bessere Variante. Wieder nehme ich, weil ich ja nicht anspruchsvoll bin, ein Bett im überraschend sauberen, neu erbauten Niny Backpacker Hotel im Zentrum Vientianes in einem Schlafsaal für 5 € inklusive Frühstück und löse das Ticket für die morgige fünfstündige Busfahrt nach Thakek, wo es eine mit Tonsai vergleichbare Klettercommunity geben soll (was in Vang Vieng etwas schwerer sein wird, da dort mehr Backpacker als wie Kletterer zu finden sind).

FOTOS: Thailand: Einmal Tonsai, immer Tonsai!

Tonsai- Das Erscheinungsbild

BASE JUMP VIDEO VOM TONSAI ROOF!!!

Tonsai Beach Cleaning Day 2015

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Inseln um Tonsai Bootstrip

Nachtfischen mit Tonsai Bootmännern

Slacklining über dem Meer

Klettern: Muay Thai (6b+), Muay Thai Wall, Railay Beach

Klettern: Good Bye Salvador (6a+), Escher World Wall, Pra Nang Beach

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Klettern: Best Route of Minnesota (6c), Escher World Wall, Pra Nang Beach



Klettern: White Hot Hernians (6b+), Fire Wall, Tonsai Beach

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Klettern: The Lion King (7a), Dum´s Kitchen Wall, Tonsai Beach

Klettern: Porchmonkey (6a+), Monkey World, Tonsai Beach

Klettern: Old Route (6c+), The Gibbon Roof, Tonsai Railay Jungle Path

Klettern/ Mehrseillängenroute: Big Wave (6a+, 6b, 6b, 6b, 6b), Monkey World, Tonsai Beach

Mittwoch, 25. Feber 2015:

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Trampelnde Backpacker im Schlafsaal lassen mich zu früh morgens erwachen. Kaum einen Bissen Frühstück im Mund, steht schon der Pick up Service vor der Tür. Ich werde zusammen mit einigen anderen Rucksacktouristen per Songtheao, einer Art offenes Taxi, wo man seitlich auf Bänken sitzt, eben wie auf einem überdachten Pick up, zum Busterminal der laotischen Hauptstadt gebracht. Gestern bin ich ja erst spät abends angekommen und habe nicht viel von der Stadt gesehen, aber es stimmt schon, wie Vientiane in manchen Reiseführern beschrieben wird: die 500 000 Einwohner Stadt gilt als sehr ruhige südostasiatische Metropole, wenn man sie etwa mit der Megacity Bangkok vergleicht. Die veranschlagte Fahrzeit von 5 Stunden nach Süden für die etwas mehr als 330 km Richtung Thakhek erweist sich als Wunschdenken: im engen, vollgepferchten, mit einigen Touristen, hauptsächlich Laoten und allerlei Krimskrams bis zum Dach angefüllten Bus sitze ich blöderweise sonnseitig 8 Stunden drin. Mit einem englischsprachigen Pärchen teile ich die Kosten für ein Tuk Tuk und lasse mich bei der einfachen Thakhek Travel Lodge einige km außerhalb des Zentrums absetzen. Es war eine Empfehlung der Inhaberin des Greenclimbers Home bei den Felsen. Das 12 km östlich von Thakhek gelegene Kletterresort ist bis 28. Feber ausgebucht, erst ab dann kann ich dort ein Bett bekommen. In der Travel Lodge entscheide ich mich wieder für die günstige Schlafsaalvariante (5 € pro Nacht). Zu Fuß marschiere ich die paar km ins Zentrum. Auch das 50 000 Einwohner Städtchen am beeindruckend breiten Mekongfluss wirkt sehr verschlafen, mal abgesehen von den vielen lauten Karaokebars. Ich esse um megagünstige 2,50 € in einem netten Restaurant (Vor- und Hauptspeise!), auch das heimische Bier Beerlao kostet in Flaschen zu 640 ml nicht einmal 1 €, fast ein Drittel verglichen mit Thailand. Es sind wenige Touristen hier, die meisten kommen wegen einer mehrtägigen Motorradtour in die Khammouman Provinz. Es gibt schöne Karstberge und Wasserfälle mit Pools am Weg, doch ich bin bekanntlich zum Klettern hier. Ich schlendere zurück zur Lodge, genieße an diesem Tag das Alleinsein, wo man nicht immer sagen muss, wie man heißt, woher man kommt und wie lange man zu reisen gedenkt. Eines muss ich jedoch immer wieder feststellen: sagt man, dass man aus Österreich kommt, ist jeder hellauf begeistert. Müde von der langen Busfahrt, freue ich mich schon aufs Bett.

Donnerstag, 26. Feber 2015:

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Bereits frühmorgens bekomme ich ein Mail von greenclimbershome.com , dass morgen ein Zelt für mich frei ist. Übermorgen soll ich dann in den Schlafsaal wechseln. Nach dem Frühstück gehe ich zu dem an die Travel Lodge angeschlossenen Mopedverleih und nehme einen Scooter für einen Tag um ca. 10 €. Heute will ich ich die Gegend um Thakhek auschecken, inklusive des Green Climbers Home, dass von einigen Deutschen installiert wurde und als Art Klettererresort direkt an den Felsen geführt wird. Es brannte in der Silvesternacht 2013 vollständig ab und wurde dank der selbstlosen und selbst aktiv am Wiederaufbau tätigen Kletterercommunity aus aller Welt auch aufgrund deren finanzieller Zuwendungen wiederaufgebaut. Ich fahre also durch Thakhek und dann 12 km östlich bis zu den Green Climbers, ein äußerst lieblich anmutendes, sauberes Camp mit Restaurant und der Möglichkeit, die für den täglichen Bedarf nötigen Kleinigkeiten vor Ort zu erhalten. Ich habe mein Kletterzeug mit, kaufe den örtlichen Kletterführer „Rock Climbing Laos“ und will eigentlich nur mal die nächstliegenden Klettergebiete auschecken. Das dem Camp nächstgelegene ist der Sektor Hangover, bis zum frühen Nachmittag im Schatten. Ich treffe gleich auf einen Polen, ein Schweiz- US amerikanisches Pärchen und weitere sehr nette Kletterer. Der Pole Andrzej fragt mich gleich, ob ich allein hier bin, weil er es selbst auch ist. Es ist zwar kein Problem, andere Kletterer hier zu fragen, ob er/ sie einen sichern kann, aber er hat keinen Kletterpartner. Ich onsighte Fat Doobies 6c und habe 3 Versuche an Schwitzerland 7a. Ich vereinbare gleich mit Andrzej, der sich bereits auf einer bis dato viermonatigen Kletterreise durch Thailand und Laos befindet, dass wir uns morgen Vormittag wieder hier zum Klettern treffen. Den Rest des Nachmittags will ich dazu nutzen, die Gegend um das Camp etwas abzucruisen, nicht umsonst habe ich ja den Scooter ausgeliehen und eine One Way Tuk Tuk Fahrt ins Camp kostet dasselbe Geld. Es befinden sich einige große Höhlen in der Nähe. Zuerst die touristisch am besten vermarktete Tham Nang Aen Cave, wo es Neonröhren, Stiegen und einige Gebetsstätten gibt Es sind viele laotische Schulklassen mit Jugendlichen hier. Es gibt einen kleinen See und ein paar Hindu- und Buddha- Altäre dort. Die nächste Höhle Tham Sa Pha Inh ist menschenleer und wirkt sehr spirituell mit der riesigen bunten Hindugottheit Shiva in Form einer Statue und einem wunderschön leuchtenden blauen See, in dem Shiva ihr Spiegelbild angesehen haben soll. Weil das Wasser als heilig gilt, soll man es auch nicht berühren. Ich fahre weiter zur Cave, deren Ausgang sich 200 m vom Klettercamp befindet und durch die man hindurchgehen können soll. Es dämmert bereits, als ich die Tham Xieng Liab Höhle betrete. Mit dem schweren Kletterzeug ist dies am scharfen und teilweise rutschigen Fels ein Himmelfahrtskommando. Ich gelange auch fast an das andere Ende der Höhle, doch der dort befindliche See ist zu tief, um so hindurchzuwaten, dass mein Hab und Gut nicht nass wird. Mit Mühe finde ich total verschwitzt – zum Glück führe ich eine Stirnlampe mit- in stockfinsterer Nacht den Ausgang. Ich fahre zurück nach Thakhek, dusche und fahre ins selbe Lokal wie gestern zum Abendessen. Das englische Pärchen, Phre und Andrew, mit dem ich gestern per Tuk Tuk von der Bushaltestelle weggefahren bin, lädt mich ein, dass ich mich zu ihnen an den Tisch setzen soll. Es sind 2 nette Stunden mit ihnen, sie ist Physiotherapeutin, er Mittelschullehrer und sie befinden sich auf einer einjährigen Weltreise. Sie waren bereits in Australien, Neuseeland, Myanmar, Nepal und Vietnam. Danach fahre ich noch etwas durch Thakhek, bevor ich recht spät wieder in die Travel Lodge zurückkehre.

Freitag, 27. Feber 2015:

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Weil ich um 8:30 Uhr Klettern mit Andrzej ausgemacht habe, stehe ich früh auf, packe meine Sachen, gebe das Moped zurück und fahre um 10 € per Tuk Tuk zum Green Climbers Home. Ein deutscher Angestellter führt mich kurz ins Regulativ des Resorts ein, bevor ich zu Andrzej gehe, der schon im Sektor Partymeile auf mich wartet. Nach ein paar gemeinsamen Aufwärmrouten gelingt mir auf Anhieb der Durchstieg der 7a von gestern im insgesamt vierten Versuch. Ich versuche dann auch Chromosomenchaos 6c+ dreimal, was dann für heute reicht. Ich treffe Leute aus vielen verschiedenen Ländern im Camp: Deutsche, Schweizer, Malaysier, Chinesen, Italiener, Australier, US Amerikaner, Israeli, Argentinier, Japaner, Schweden, Franzosen,… es ist also durchwegs internationales Klettervolk hier. Weil es so heiß ist, fährt mich Andrzej auf seinem Moped zum Ta Falan zum Chillen und Schwimmen. Ich treffe dort auf Nick und Nicole, das Schweiz- US amerikanische Pärchen von gestern und auf zwei Französinnen. Bald bin ich aber alleine in der Bucht und relaxe. Am Heimweg hält ein Tuk Tuk an und bringt mich um 1 € zurück ins Camp. Dort checke ich in einem Zelt im Schatten unterhalb der zwei 6er – Schlafsäle ein, was mir gar nicht schlecht passt, da es nur 4 € kostet, 2 € weniger als im Schlafsaal, die Bungalows kosten 16 € für 2 Leute. Meike, die auch im Camp angestellt ist, zeigt mir die letzten Sachen im Camp, die ich noch nicht weiß, vor allem das Abrechnungssystem und die Essensbestellung. Da es ja das einzige Restaurant im Camp ist, haben sie ein eigenes System entwickelt. Man trägt selbst die Getränke in ein Buch ein, die man dem Kühlschrank entnimmt. Das Essen wird von den einheimischen Angestellten eingetragen. Als ich duschen will, komme ich auf den Stiegen zum Schlafsaal mit Den aus Israel und mit Ivan aus Argentinien ins Gespräch und verhocke. Ziemlich ausgehungert, gehe ich zum sehr gut besuchten Restaurant und setze mich zu Chad aus Miami an den Tisch. Er ist per Rad unterwegs, war im November 2 Monate in Südamerika, über Weihnachten zuhause, radelt nun 3 Monate durch Vietnam, Laos und Thailand und klettert unterwegs. Der erst 18 jährige Hendrik setzt sich zu uns, mit dem Chad vorher kurz geklettert ist. Der junge Deutsche hat gerade sein Abitur gemacht und ist ebenfalls mit dem Rad unterwegs, von China kam er über Vietnam nach Laos. Wir bleiben bis 22 Uhr und ich rede auch kurz mit Uli und Tanja Weidner, dem deutschen Pärchen, das mit Herzblut das Camp aufgebaut hat und führt. Plötzlich geht alles ganz schnell, einer nach dem anderen verlässt das Restaurant und- geht schlafen! Die Lichter gehen aus und innerhalb kürzester Zeit hört man keine einzige Stimme mehr. Dies wundert Chad ebenfalls, der so wie ich heute angekommen ist und sein Zelt neben meinem hat. Wir fragen verwundert nach und bekommen die Antwort, dass fast jeder im Camp ein Kletterprojekt verfolgt und fit sein will, weil in der Früh, aufgrund der Hitze untertags, die besten Kletterbedingungen herrschen. Zudem geht es nach dem großen Brand Silvester 2013 beschaulicher zu. Feuer sind im ganzen Camp jedenfalls untersagt. Chad und ich lassen es uns nicht nehmen, uns noch mit einem Bier auf die Stiege neben unserem Zelt zu setzen. Um 23 Uhr schlafe ich bereits.

Samstag, 28. Feber 2015:

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Ich erwache bereits um 6 Uhr und höre die ersten Kletterer, die sich für die Projekte bereit machen. Ich gehe es gemütlich an und treffe Hendrik und Chad zum Frühstück. Anschließend gehen wir gemeinsam zum Sektor Partymeile und instruiere Chad im Lead Klettern. Es ist sehr heiß heute, 38 Grad, und zu mehr als einen Versuch in der Chromosomenchaos reicht es nach zwei 6b Routen nicht. Nick und Nicole sind hier und Sam aus Australien mit seiner chinesischen Freundin Baye. Chad und ich essen eine Kleinigkeit zu Mittag. Danach ringen wir uns dazu durch, in der Hitze zur Ta Falang zu laufen. Hendrik kommt mit seinem Rad nach. Wir laufen allerdings zu weit die Hauptstraße hinunter und versäumen die Abbiegung zum Badeplatz, sodass wir ein paar unfreiwillige Kilometer mehr machen. An der Ta Falang wuselt es heute leider, ein Bus junger Touristen ist da. Ich setze mich ein Weilchen zu Ivan und Facou, den zwei Argentiniern aus unserem Camp und schwimmen im Fluss. Retour gehen wir nur mehr, vom Laufen haben wir heute genug. Auf der Stiege vor dem Schlafsaal sitzt wieder Ivan mit ein paar Leuten und ich unterhalte mich ein Weilchen mit Tom, dem Schweden, der mich noch von Tonsai her kennt. Zum Abendessen sitze ich wieder mit Hendrik und Chad zusammen und vereinbare morgen mit Den, an der Chromosomenchaos Route weiterzuarbeiten. Bereits um 21 Uhr fallen mir heute die Augen zu.

Sonntag, 1. März:

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Gut ausgeschlafen, stehe ich bereits um 6 Uhr auf. Ich frühstücke mit Chad, treffe Den und gehe bereits um 8 Uhr zum Sektor Partymeile. Nach zwei Aufwärmrouten gelingt mir im insgesamt 5. Versuch der Durchstieg der 6c+ von gestern. Andrzej ist auch eingetroffen, er hatte einen Ruhetag gestern. Ich sichere ihn in mehreren Routen und habe selbst noch 3 Versuche an der Route Sintersizer 7a. Es sind viele Leute im Hangover Sektor heute und mittlerweile kenne ich bereits einige. Nick und Nicole, Facou, Ivan, Hauke und Laura, ein deutsch- spanisches Pärchen, die Deutschen Fabian und Mischa, ein Franzose und Sam mit seiner chinesischen Freundin Bae. Nach dem Klettern treffe ich Chad und Hendrik, die heute auch wieder zur Ta Falang wollen. Gerade hatte ich im Camp ein Mountainbike ausleihen wollen, doch Chad leiht mir seines, weil er lieber wieder dorthin joggt. Hendrik und ich starten etwas später mit den Rädern, Chad schwimmt bereits, als wir ankommen. Heute sind nur junge Laoten am Badeplatz, die wie gewohnt einen Heidenlärm machen. Bald sind sie jedoch fort und es ist ein ruhiger Spätnachmittag an der Ta Falang. Chad läuft zurück ins Camp, Hendrik und ich strampeln die ca. 10 km nach Thakhek weiter, weil ich endlich wieder eine Internetverbindung via Wifi in einem Restaurant brauche, im Camp kann man zwar eine Laos SIM Karte miBerliner, et Guthaben käuflich erwerben, nur kann man damit nicht ins Netz, weil das Camp so entlegen ist, dass maximal frühmorgens kurz Verbindung besteht. Zudem brauche ich keine Karte, bloß um zu telefonieren. Chad hat eine Karte gekauft, schafft es aber nicht einmal, seine Telefonnummer per Anruf an eine laotische Mobilfunkprovidernummer anzumelden, damit er sie benutzen kann. Es macht also keinen Sinn. Auf der Fahrt nach Thakhek fahre ich im Dunkeln etwas vor Hendrik. Irgendwann bemerke ich, dass er nicht nachkommt und fahre nach 10 Minuten zurück, um Ausschau nach ihm zu halten. Ein paar hundert Meter hinten sehe ich ihn, wie er gerade an seinem Vorderrad herumschraubt. Ich sehe Blut an seinen Händen und frage ihn, wie es dazu kam. Er sagt mir,  dass er kurz auf seinem Handy, das er an einer speziellen Halterung angebracht hatte, nachschaute, dadurch plötzlich von der Straße abkam und in den recht steilen Graben stürzte. Seiner Reaktion und seiner Art zu wissen, wie man richtig fällt, war es zu verdanken, dass der Unfall recht glimpflich verlief. Wir hatten jedoch kein Verbandszeug dabei und konnten die Wunden nur mit Wasser auswaschen. Wir versuchten zweimal, die Löcher im Schlauch zu flicken, was vorerst gelang. In Thakhek angekommen, dauerte es nicht lange, bis das Vorderrad wieder einen Platten hatte. An einem klapprigen Straßenschuppen, der Autoreifen runderneuert, konnte Hendrik mit einer von den Laoten aufgetragenen abenteuerlichen Kautschuk Heißwasser Klebemethode Mixtur die Fahrt fortsetzen, doch leider nur 500 m, dann musste er wieder schieben. Es dauerte insgesamt 3 Stunden, bis wir die Gegend um den Mekong erreichten und wir endlich wieder was zu essen bekamen, im Restaurant, wo ich bereits die ersten 2 Tage in Thakhek speiste. Ich bekomme ein Mail von Hannes, dem Berliner, ein in England lebender Erlebnispädagoge, den ich in Tonsai getroffen und ausgemacht habe, dass wir uns in Laos in Vang Vieng oder Thakhek zum Klettern treffen. Er war einige Tage in Vang Vieng und trifft am 2. März in Thakhek ein. Aufgrund der Umstände und der fortgeschrittenen Zeit entfielen die Pläne wie Einkäufe, Massage usw. Hendrik blieb über Nacht in Thakhek in der Hoffnung, morgen Ersatzteile für sein Rad finden zu können. Ich machte mich alleine auf den Weg zurück ins Camp. Die 20 km bei starkem Gegenwind waren eine ziemliche Herausforderung und so kam ich nicht vor 1:45 Uhr ins Bett.

Montag, 2. März 2015:

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Ich erwache bereits 5 Stunden später und bin ziemlich müde. Ich habe aber mit Andrzej klettern ausgemacht, allerdings klettere ich schon den fünften Tag am Stück und merke, dass ein Rasttag überfällig wäre. Nach dem Frühstück eile ich aufgrund der Verspätung zum Sektor Partymeile und klettere dort zwei Aufwärmrouten mit Andrzej. Danach gelingt mir heute im zweiten, insgesamt fünften Versuch der Rotpunkt Durchstieg von Sintersizer 7a. Es ist sehr viel los im Sektor. Nach dem abgeschlossenen Projekt verspreche ich mir selbst, das letzte Mal dort gewesen zu sein. Bei knapp 30 Klettergebieten in der unmittelbaren Umgebung macht es keinen Sinn, nur in 2 unterschiedlichen Gebieten zu kraxeln. Am Nachmittag wechsle ich mit Andrzej zum atemberaubenden Sektor The Roof, der sich wiederum in drei Untersektoren teilt. Die Routen hier sind extrem ausdauernd, in horizontalen Dächern, wo man gut und gerne mal Arme und Beine hinter Felsstrukturen verkeilen muss, um halbwegs ökonomisch das Top zu erreichen. Andrzej bittet mich, ihm die Route Nid Toi Nid Moi 7a einzuhängen, was mir beinahe onsight gelingt. Im zweiten Versuch merke ich die endgültig schwindenden Kräfte und bekomme Alarmsignale vom Körper dahingehend, dass ich mir knapp vor dem Routenausstieg, aber bereits nach der Schlüsselstelle, aufgrund der starken Anspannung der Haltemuskulatur, eine Art Zerrung unter dem linken Rippenbogen einfange. Norbert, ein Innsbrucker, kommt ebenfalls hinzu. Er reist morgen bereits wieder ab. Auch Hendrik kommt vorbei, dem es zum Glück wieder besser geht. Nicholas, ein Franzose, wandert dann mit uns zurück zum Camp. Nach der Dusche wird gerade ein Zelt neben mir aufgestellt. Martin, ein Schweizer, bewohnt es heute. Am Stiegenaufgang zum Schlafsaal ist viel los. György aus Bulgarien, Laurie aus Wales, Chad, Hauke mit Laura, Den, Facou, Ivan, Maria und Anette sind dort und wir sitzen ein bisschen zusammen. Zum Abendessen gibt es heute unglaublich leckere, mit Hühnerfleisch und gedünstetem Gemüse gefüllte Palatschinken mit Salat. Ich sitze am Tisch mit Chad, Hendrik und György. Danach setze ich mich an den Tisch mit 4 Japanern, zwei davon UIAGM Bergführer bzw. einer Klettershopbesitzer in Tokio und sie laden mich nach Japan ein. Es ist eine lustige Gruppe, einer davon schreibt sich Suzuki und stand in den 80er Jahren ohne künstlichen Sauerstoff auf den Gipfeln von Mount Everest und Kangdchenzönga. Auf den Stiegen zum Schlafsaal ist immer noch etwas los und wir beschließen, zur Höhle nahe des Camps zu gehen. Maria, Anette, Facou, Ivan und ich sitzen noch etwas am Lagerfeuer zusammen.

Dienstag, 3. März 2015:

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Ich schlafe gut und gehe es am Rasttag sehr gemütlich an. Beim Frühstück sitzt bereits Hannes, der um 3 Uhr morgens angekommen ist. Auch Laurie, der Waliser Taxifahrer, sitzt am Tisch. Ich trage das Tagebuch nach. Ich vereinbare mit Hannes und Laurie, an die Ta Falang zum Schwimmen zu gehen. Meine Bauchmuskelzerrung links unterhalb des Rippenbogens und die schwer geschundene Fingerhaut sind um diese Pause froh. Wir nehmen den Weg vom Camp durch die Tham Xieng Liab Höhle. Nach etwa 45 Minuten sind wir dort. Am Rückweg besuchen wir noch, bei schöner Frühabendstimmung bei fast vollem Mond, die mystische Tham Sa Pha Inh Höhle. Zurück im Camp, gehe ich gleich zum Abendessen und sitze bei Chad, Hendrik, Hannes und Norbert. Letzterer hat seine letzten Abend und spendiert deshalb eine Flasche Whiskey. Gordon aus Kanada, den ich von Tonsai her kenne, setzt sich zu uns an den Tisch und bezieht das Zelt neben mir.  Etwa um 21:30 Uhr setze ich mich noch eine Stunde auf die Stiege vor dem Schlafsaal. Es sind fast alle Leute von den Zelten und dem Schlafsaal versammelt und man redet und hört Musik.

Mittwoch, 4. März 2015:

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Ich wache schon gegen 5 Uhr auf und dämmere bis etwa 6 Uhr so dahin. Die Bauchmuskelzerrung ist besser geworden, aber ich spüre sie noch. Trotzdem versuche ich mit Hannes, um der Gluthitze zu entkommen, ohne Frühstück zwei Aufwärmrouten am Sektor Elephant und dann 2 Dachklettereien im Roof Center. Saugeburt 6b+, eine verrückte überhängende Tour, wo man durch ein enges Loch klettern muss, gelingt mir onsight. Nach einem Versuch in Cheekyfucker 7a im steilen Anfangsdach schmerzen meine Bauchmuskeln unter der extremen Anspannung so sehr, dass ich das Klettern zumindest für heute sein lassen muss. Ich frühstücke mit Hannes, der für später Fabian als Kletterpartner gefunden hat und sitze noch ein wenig im Restaurant. Tanja will von mir zwecks weiterer Buchung im Green Climbers Home wissen, wie lange ich bleiben will. Ich entscheide mich für 13 weitere Nächte und will am 17. wieder nach Vientiane und von dort weiter nach Vang Vieng reisen, wo ich etwa eine Woche bleiben will. Die zwei bis drei letzten Tage bis zum Ablauf des Visums will ich noch weiter nördlich in die alte Königsstadt Luang Prabang, bevor ich per Bus wieder die thailändische Grenze passiere und noch in den vielgepriesenen Künstlerort Pai besuchen und nochmals ein paar Tage zum Klettern nach Chiang Mai zum Crazy Horse Buttress will. Weil es sonst nichts anderes zu tun gibt und es sehr heiß ist, breche ich alleine zu Fuß durch die Höhle zur Ta Falang auf, wo ich einen entspannten Nachmittag verbringe. Außer einer französischen Familie sind nur junge Laoten dort. Plötzlich kommt Den vorbeigefahren, der mit dem Rad in Thakhek war, und leistet mir Gesellschaft. Als ich aufbreche, kommt auch Chad noch per Rad vorbei. Es geht wieder zu Fuß durch die Höhle zurück ins Camp. Beim Abendessen setze ich mich zu Nicole und Nick, der heute Geburtstag hat. Später setzen sich Hendrik und Chad dazu. Wir gehen gemeinsam zum Lagerfeuer bei der Höhle, wo sich heute an die 15 Leute eingefunden haben.

Donnerstag, 5. März 2015:

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Aufgrund des neuerlichen Zwangspausetages nehme ich es locker und schlafe bis halb 11. Im Sektor Climbers Home direkt hinter meinem Zelt herrscht bereits um 6:15 Uhr reger Betrieb und nur Ohropax kann hier helfen. Nach ein paar organisatorischen Arbeiten frühstücke ich im Restaurant und schreibe am Blog weiter. Ich vereinbare mit den Schweden Tom und Kevin, mittags Richtung Ta Falang zu wandern. Scott, ein Ami, will sich anschließen, kommt dann aber doch nicht zum Treffpunkt. Wir starten also zu dritt durch die Höhle und haben am Ausgang Sichtkontakt zu einer etwa 1 m langen schwarz- braunen Schlange. Am Ta Falang sind wir die einzigen, es donnert phasenweise, zuerst gehen die Schweden, etwas später folge ich und versäume gerade Hannes und Fabian, die zum Badeplatz joggen. Am Rückweg schaue ich am Roof vorbei und unterhalte mich etwas mit György und Gordon, die auch dort zuschauen. Ich werde Augenzeuge eines Kletterunfalles in der Route Saugeburt. Der Amerikaner rutscht nach dem dritten Haken mit den Händen weg, kann ein Bein nicht lösen, stürzt kopfüber und schlägt sich Schulter und Kopf am Fels an. Ich höre den dumpfen Knall. Er hat eine stark blutende, tiefe Wunde am Hinterkopf. Ich komme hinzu und reinige die Wunde mit klarem Wasser. Die Blutung stoppt. Zum Glück ist Sarah, eine junge deutsche Ärztin, die rasch aus dem Camp herbeigeholt wurde, bald zur Stelle. Der Verletzte ist zum Glück ansprechbar, hat aber einen Schock. Er muss die nächsten 24 Stunden wegen möglicher innerer Blutungen stündlich beobachtet bzw. aufgeweckt werden. In der Nacht fährt man ihn schlussendlich doch ins (einfache) Krankenlager von Thakhek, wo man seine Wunde näht. Es regnet kurz. Nick und Nicole erzählen später von Starkregen in Thakhek Stadt. Beim Abendessen sitze ich mit Hendrik, Nicole, Nick, Tom, Kevin, Fabian und Mischa an einem Tisch. Hendrik, Chad und ich versuchen uns anschließend an den 2 Slacklines im Camp.

Freitag, 6. März 2015:

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Ich erwache bereits um 5 Uhr wegen Kindergeschrei aus einem Bungalow. Um halb 7 Uhr sitze ich bereits im Restaurant und frühstücke eine halbe Stunde später. Ich verabschiede mich von Fabian und Mischa, die heute das Camp verlasen. Ich vereinbare mit Paddy aus Colorado/ USA, an die Weiße Wand, so heißt der Sektor, zu gehen. Etwa eineinhalb Stunden später stoßen auch Andrzej, danach auch Hannes hinzu. Danach will ich mit Reto, einem Schweizer, der für 3 Monate im Camp arbeitet, gegen 16 Uhr zum Sektor Methan zu gehen. Er hat mir heute bereits sein 80 Meter Seil geliehen, damit wir die bis zu  41 m langen Routen der Weißen Wand durchsteigen bzw. auschecken können. Nach 7 Routen im Sektor heute fühle ich mich ausgepumpt, seit letzter Woche haben die Temperaturen stark zugenommen und bewegen sich auch heute wieder um die 38 Grad, was ein Klettern zur Tortur werden lässt. Um 16 Uhr geht es trotzdem wie vereinbart zum Methan und Reto und ich klettern noch 3 Routen, bis uns die Dunkelheit übermannt. Mit Chad gehe ich zum Abendessen und wir setzen uns zu Hendrik. Danach sitzen Hauke, Laura, György, Den, Kevin, Tom, Chad, Gordon und ich noch ein Weilchen auf der Stiege zum Schlafsaal.

Samstag, 7. März 2015:

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Wegen des Vollmondes erwache ich bereits um 4 Uhr. Auch die Nacht ist heute unerträglich heiß. Heute hatte es an die 38 Grad untertags. Ich muss mir ein Wasser holen und kann noch etwa eine halbe Stunde schlafen. Mit Reto sitze ich um 7 Uhr beim Frühstück, anschließend gehen wir an den Sektor Weiße Wand. Im vierten Versuch insgesamt klettere ich Fischkopflassi 6c rotpunkt, die 41 m lange Ausdauerroute mit abgeschmierter Schlüsselstelle. Auch Andrzej kommt vorbei, klettert allerdings nicht und wir vereinbaren gemeinsames Klettern am Nachmittag. Reto muss in der Bar arbeiten gehen und ich checke mit Den die Route Whiplash 7a aus. Ich sichere Andrzej in seinem Projekt im Sektor Roof Left und hänge die Schlingen in die Route Mon General 6c im Sektor Hilton. Als ich wiederkomme, versuchen sich gerade György, Hauke und Laura in der Route. Für einen rotpunkt Durchstieg reicht es aber aufgrund der 17 Routen innerhalb von 2 Tagen nicht mehr. Leo kommt vorbei, der gerade vom 4 tägigen Loop, einer bekannten Motorradtour durch Zentrallaos, zurückkommt. Ich sitze mit Nico, György und Hauke noch kurz am Stiegenaufgang zum Schlafsaal, bevor ich duschen gehe. Die Temperaturen zum Klettern waren heute zum Glück nicht mehr so heiß und es gab etwas mehr Wind. Zum Abendessen sitze ich mit Nico, Gordon, György und Nicole am Tisch, später setzen sich noch die Schweizerinnen Anne und Marion kurz dazu. Mit Nick setze ich mich nochmals auf die Stiege, bevor ich müde zu Bett falle.

Sonntag, 8. März 2015:

Mekong - Laos Lebensader

Mekong – Laos Lebensader

Mit Nico und 2 Amerikanerinnen, die nur über das Wochenende hier sind und in Takhom Phanom Thailand Englisch unterrichten, am Tisch gefrühstückt. Danach mit Den zur Weißen Wand gegangen, wohin auch György, Laura, Hauke, Gordon, Ruben und Lotta aus Deutschland nachgekommen sind. Hatte vormittags nach 2 Aufwärmrouten im Sektor Spielhölle wieder 2 Versuche in der Whiplash 7a. Mittags zum Restaurant gegangen und einen Hühnersalat gegessen bzw. bis halb 4 gerastet. Wieder gehen Den und ich zur Whiplash. Im insgesamt vierten Versuch kann ich Whiplash 7a rotpunkten. Auch György und Gordon klettern neben uns. Auf der Stiege vor dem Schlafsaal herrscht reger Betrieb am Spätnachmittag. Bei Musik wird geredet oder auf der Slackline herumgeturnt. Es dauert fast bis 20 Uhr, bis Nico und ich per Mopeds nach Thakhek aufbrechen. Nico fährt mit Györgys in Vietnam gekaufter Uralt Honda, ich mit Nick und Nicoles Scooter. Zum Abendessen sind wir wieder im Restaurant nahe des Mekong. Wir nutzen das Wifi und gehen zum Bankomat. Erst gegen Mitternacht sind wir wieder im Camp. Wir begegnen Hannes, der gerade Bier holt, heute gibt es wieder ein Lagerfeuer am See vor der Höhle. Wir sind aber zu müde, Nico und ich sitzen noch kurz vor dessen Zelt und gehen dann schlafen.

Montag, 9. März 2015:

Arbeit im Reisfeld

Arbeit im Reisfeld

Um halb 7 stehe ich auf und muss mich von Chad verabschieden, der heute überraschend schnell abreist. Ich frühstücke mit Anne und Marion und laufe mit ihnen und Nicole etwa 20 Minuten zur Ta Falang. Den kommt per Fahrrad nach und bringt unsere Rucksäcke. Heute machen viele Kletterer einen Ruhetag. Wir sind erschrocken über die riesige Müllhalde, die die leider ohne jegliches Umweltbewusstsein ausgestatteten Laoten nach Wochenendexzessen in der freien Natur hinterlassen haben. Zu fünft schaffen wir in einer Stunde nur, den Badeplatz halbwegs zu säubern. Am Parkplatz knapp oberhalb der Bucht sieht es aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Anne und Marion gehen bald wieder retour, weil sich der Inhalt ihrer Sandwichbox über ihre Dinge im Rucksack übergossen hat und sie innerhalb kürzester Zeit von Mücken zerstochen worden sind. Den fährt bald darauf per Fahrrad nach Thakhek, ich bleibe mit Nicole am Badestrand. Die anfängliche Idylle wandelt sich innerhalb kürzester Zeit in ein Saufgelage junger männlicher Laoten, Picknicks gemäßigterer Einheimischer und einiger sonnen- und wasserhungriger Touristen. Es sind junge Traveller aus Tschechien, Lettland, Schweiz, Frankreich und England. Wir bleiben bis zum Sonnenuntergang. Die 3 Engländer fahren uns per Mopeds retour ins Camp. Wir machen kurz beim Roof Halt, Nick geht mit uns zurück ins Camp. Bald geht es zum Abendessen und ich sitze bei Nico, Hendrik, Nick, Nicole, György und Gordon. Anschließend sitzt man wieder gemütlich auf der Stiege, Laurie, Leo, Den, György, Hauke, Laura, Nico und ich.

Dienstag, 10. März 2015:

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Ich frühstücke um 7 Uhr und gehe mit Reto in den Sektor Hilton. Wir klettern beide, nach einer Aufwärmtour, die Route Mon General 6c rotpunkt, ich im insgesamt fünften Versuch. Wir basteln an der Nid Toi Nid Moi 7a im Roof Left herum. Reto muss arbeiten gehen, ich schaue Hauke zu, der ebenfalls in die Route einsteigt. Mittags esse ich wieder einen leichten Salat mit Huhn und entspanne auf den Liegematten im Restaurant. Ich vereinbare mit Gordon, am Nachmittag klettern zu gehen. Während er sich vergeblich in der Mon General abmüht, geht es mir ähnlich in der Nid Toi Nid Moi. Nach der Dusche setze ich mich mit Hannes, Nico, György, Hauke, Laura, Nick und Nicole auf die Stiege und esse etwas später zu Abend.

Mittwoch, 11. März 2015:

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Gegen 4 Uhr Früh hat es heute stark geregnet. Ich stehe knapp vor 6 Uhr auf. Ich frühstücke mit Nick und Nicole und breche dann mit Gordon zum Sektor Hilton auf. Nach einer Aufwärmroute mache ich insgesamt sechs Versuche heute in der Nid Toi Nid Moi 7a, wobei etwa mittags Andrzej Gordon ablöst, später kommt auch Den hinzu. Die Schlüsselstelle knapp unterhalb des Ausstiegs erweist sich als nicht leicht zu knackende Nuss und es gelingt mir trotz des Ausboulderns der Einzelstellen nicht, die Züge aneinanderzureihen. Dazu kommt die extreme Hitze, die es gleich einen Grad schwerer macht. Nach dem Klettern muss ich mein Seil an beiden Enden um etwa 2 m kürzen, da bereits der Kern durch den Mantel zum Vorschein kommt. Auf der Stiege treffen sich Nico, Nicole, Nick, Gordon, Hauke, Laura, Tom, Kevin, Hannes, Laurie, György und ich, nach dem Essen kehren wir dorthin zurück, spielen Hackisack und hören Musik. Beim Essen sehe ich noch Terry, die ich bereits in Tonsai getroffen habe. So gut wie jeder hier im Camp war dort bzw. plant, noch dorthin zu gehen. Wie klein ist doch die Kletterwelt…

Donnerstag, 12. März 2015:

Thakhek Roof

Thakhek Roof

Ich erwache um 6:15 Uhr und aktualisiere den Blog. Gegen 7 Uhr sitze ich mit Nico beim Frühstück, etwa 1 Stunde später wandern wir zum Sektor Honeymoon. Ich klettere dort 2 Warm Up Routen und kann anschließend- heute im zweiten, insgesamt zwölften (!) Versuch- endlich die Route Nid Toi Nid Moi 7a rotpunkt klettern. Im Honeymoon klettern auch Hauke und Laura bzw. Piet und Julia. Letztere haben auf ihrer fünfmonatigen Südostasienreise zwei kleine Kinder (2 Jahre bzw. 11 Monate) dabei. Danach steigen wir noch im Roof Right in die Route Frechdachs 6b+ ein. Am frühen Nachmittag holen wir im Sektor Spielhölle den Schlüssel von György, der gerade mit Gordon klettert, bzw. gehen bei Nick und Nicoles Zelt vorbei, sitzen etwas beisammen, dann fahren Nico und ich per Mopeds (er wieder mit Györgys, ich mit Nick und Nicoles fahrbarem Untersatz) nach Thakhek. Wir essen wie gewohnt, aber diesmal zweimal im Song Fang Khong Restaurant, wo wir wieder das dortige Wifi nutzen, besuchen zwei der vier lokalen Märkte Talat Lak Song und Talat Sooksomboon hauptsächlich zum Einkaufen von Früchten und Nüssen und lassen uns bei Sayavadee Massage je 1 Stunde die geschundenen Muskeln durchkneten. Wir treffen noch auf Hannes, der allein auf der Stiege zum Schlafsaal sitzt und erzählt, dass im Restaurant heute mittels Beamer ein Kletterfilm gezeigt wurde. Nico und ich setzen uns noch kurz vor dessen Zelt.

Freitag, 13. März 2015:

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Ich erwache gegen 6:30 Uhr und schreibe am Blog. Heute reisen einige Leute ab. Hendrik zieht als Mitfahrer mit einem deutschen Pärchen per selbst umgebautem Pinzgauer, einer Art Riesengeländefahrzeug (sie sind von Deutschland aus gestartet und über Russland nach Asien weitergefahren und schon siebeneinhalb Monate unterwegs), über Bangkok nach Tonsai weiter, ebenso Tom, der Schwede. Hannes, Anne und Marion machen den dreitägigen Motorradloop. Nach dem Frühstück gehe ich mit Reto und Elli, einer Schweizerin, die schon seit 3 Monaten im Camp arbeitet, hinter meinem Zelt im Sektor Climbers Home klettern und mache dort 2 Aufwärmtouren. Andrzej kommt nach. Nach einer kurzen Mittagspause gehe ich mit ihm und Nico zum Roof. Nico hat seine Klettereien im Sektor Elephant, Andrzej im Roof Left und ich steige erstmals im neuen Projekt Jungle King 7b im Roof Right ein, checke aber vorerst nur die ersten 20 m bis zum ersten Stand (6c) aus, danach geht es beinhart ins horizontale Dach. Nach der Dusche sitzen Laurie, Den, Kevin, Elli, Hauke, Laura, György, Gordon, Nico, Nick, Nicole und ich beim Abendessen, anschließend gibt es die fast schon obligate Stiegensitzung, bis etwa 23 Uhr.

Samstag, 14. März 2015:

Der Organist, Music Hall, 6b

Der Organist, Music Hall, 6b

Wieder gegen halb 7 Uhr aufgewacht, gefrühstückt und dann zu neunt den ganzen Tag bei leichter Genusskletterei bis 6b im Sektor Music Hall verbracht: Leon, ein junger Deutscher, Hauke, Laura, Gordon, György, Nico, Nick, Nicole und ich. Gleich darauf gehe ich mit Leon im kleinen Fluss bzw. See vor der Höhle schwimmen und reinige meine Kletterschuhe. Außer Gordon kommen alle vorbei und wir sitzen gemütlich am kleinen Strand. Später schaut auch Nina aus Deutschland vorbei. Zum Abendessen sitze ich wieder mit den 8 vom Klettern zusammen. Mit Den, Kevin, Nico und György ein Dartsspiel gemacht und wie gewohnt früh zu Bett gegangen.

Sonntag, 15. März 2015:

Jungle King, Roof Right, 7b

Jungle King, Roof Right, 7b

6:30 Uhr ist wieder die Zeit, in der ich aufwache. Nach Blog und Bad frühstücke ich mit Gordon und György. Piet fragt mich, ob ich ihn in seinem Projekt Cumshot 7c im Sektor Honeymoon sichern kann. Seine Frau Julia und die Kinder Elli (11 Monate) und Jan (2 Jahre) sind auch dabei. Die beiden Lehrer mit Auszeit reisen 5 Monate mit ihren Kindern und wollen nun doch nicht nach Australien, sondern nach Tonsai weiter. Er schafft es im dritten Versuch, ich mache inzwischen 2 Aufwärmrouten dort. Kurz darauf kommt Andrzej vorbei und wir projektieren den ganzen Tag, er in seiner 7a, ich in meiner 7b. Dabei mache ich große Fortschritte in der Jungle King, klettere viermal Top und checke die Einzelstellen gut aus. Zwischendurch fahren wir per Moped kurz zum Restaurant, ich esse eine Portion Salat mit Hühnerstreifen und trinke einen Mango Banana Lassi. Kevin kommt vorbei und macht tolle Kletterbilder von mir im Dach. Nick und Nicole, die einen Pausetag haben, schauen ebenfalls im Roof vorbei. Laura und Leon klettern in der Nähe, zwei weitere Kletterer sieht man etwa 1 Stunde lang im Dach, ansonsten haben wir unsere selige Ruhe. Nicht nur im Camp merkt man, dass die Nachsaison bereits begonnen hat. Nach dem Klettern sehe ich Hannes, der bereits nach zwei Tagen vom Motorradloop zurückgekommen ist. Ich gehe alleine zur Cave und schwimme eine Runde. Im Restaurant will ich die neuen Topos von der Anschlagtafel in meinen Laos Kletterführer übertragen, Hauke kommt aber vorbei und er, Laura und ich setzen uns auf die Stiege zum Restaurant. Ich wechsle zur Stiege vor dem Schlafsaal, wo Gordon, Den, Nick, Angus aus Schottland und Noah aus den USA sitzen. Zum Abendessen sitze ich bei Angus und Noah. Angus und ich schlafen auf der gemütlichen Matte im Restaurant ein. Ich erwache bald wieder. Laura und Gordon sitzen wieder auf der Stiege zum Restaurant und machen sich Sorgen um Nico, György und Nina, die mit Mopeds in die Stadt fuhren und noch immer nicht von dort zurückgekehrt sind. Schließlich treffen sie doch noch ein und György, Hauke, Laura und ich setzen uns noch zu Nico vor dessen Zelt.

Montag, 16. März 2015:

Ich wache bereits um 5:20 Uhr auf und kann nicht mehr einschlafen. Daher schreibe ich am Blog weiter und stehe gegen 6:30 Uhr auf. Nach dem Frühstück kommt Andrzej bereits um 7:30 Uhr aus Thakhek- er ist ja schon 3 Monate hier und fährt täglich per Moped zu den Kletterfelsen- und gegen 8 Uhr machen wir bereits je 2 Aufwärmrouten im Sektor Hilton. Obwohl es noch früh ist, brennt die Sonne bereits unbarmherzig vom Himmel und wir sind gleich schweißgebadet. Ich bin sehr müde, habe leichten Durchfall und will aber, trotz 7 Klettertagen ohne Rasttag, das Jungle King 7b Projekt zu Ende bringen. Beim ersten Versuch bringt mich ein verdrehter Karabiner genau an der Schlüsselstelle um den Rotpunktdurchstieg. Andrzej kann Nid Moi Nid Toi 7a erfolgreich abschließen, ich bin so müde, dass ich am Einstieg während einer Rast einschlafe. Als ich 30 Minuten später erwache, kommen Angus und Noah vorbei. Angus fragt mich, ob er in die Jungle King einsteigen darf. Ich bejahe, davor habe ich den verdrehten Karabiner während des Abseilens in die richtige Position gebracht. Leider vergesse ich, Angus zu sagen, dies zu beachten und siehe da, der Karabiner ist nach Angus Durchstieg wieder verdreht und ich muss deshalb auch im zweiten Versuch aufgeben. Nico kommt vorbei, ich sichere ihn in einer Tour im Sektor Elephant. Mit ihm und Andrzej gehe ich gegen 14 Uhr zum Restaurant und esse etwas Leichtes. Anne und Marion, die beiden Schweizerinnen, kommen müde und sonnenverbrannt vom dreitägigen Motorradloop zurück. Um 16 Uhr glaube ich, fit genug für den Rotpunktdurchstieg zu sein und scheitere nur knapp. Terry die Kanadierin und Abbie aus den USA, das ältere englische Paar und Nico schauen zu. Andrzej verabschiedet sich anschließend, nachdem er ja heute sein Projekt beendet hat und fährt morgen Richtung Chiang Mai (Thailand) zum Klettern weiter. Das ältere englische Paar gibt mir die Adresse einer Unterkunft nahe der Crazy Horse Buttress Felsen in Chiang Mai und ich denke, dass ich dort absteigen werde, weil ich keine Lust habe, täglich 40 km hin und auch wieder 40 km retour ab/ nach Chiang Maizu fahren. Ich entscheide mich aufgrund des nicht vollendeten Projektes, einen Tag länger im Green Climbers Home zu bleiben, morgen einen Rasttag zu machen, Fingerhaut und Muskeln zu schonen und übermorgen nochmals den Durchstieg zu versuchen. Am 18. möchte ich spätabends per Bus nach Vientiane und von dort frühmorgens nach Vang Vieng weiterreisen. Am 26. läuft das Visum für Laos ab, erst dann will ich nach Chiang Mai und treffe dort wieder Andrzej. Ich sichere Nico noch zweimal im Sektor Elephant und wir sitzen mit einem französischen Pärchen noch etwas vor dem Kletterfelsen beisammen. Auf der Stiege vor dem Schlafsaal herrscht wieder ein Getümmel und ich setze mich etwas dazu. Mit Nico und Leon esse ich zu Abend. Am Tisch sitzt auch Chris, ein weiterer Schwede mit seiner Freundin, den ich bereits in Tonsai getroffen habe. Überhaupt wollen viele, nämlich Kevin, Nico, György, Leon, Piet und Julia samt Kindern nach Tonsai und ich solle doch auch mitfahren. Weil ich aber vielleicht im Sommer dorthin zurückkehre und ich ja in Nordlaos und Nordthailand andere Orte besuchen möchte, sage ich ab, obwohl… Tonsai ist und bleibt für mich der perfekte Platz. Einige Leute sagen, dass es heute wieder ein Lagerfeuer am See vor der Höhle gibt. Mehr als 20 Leute sitzen bei gewohnt guter Musik aus meiner Bose Lautsprecherbox beisammen, manche gehen sogar schwimmen. Gegen 23:30 Uhr bin ich im Zelt und schlafe gleich ein.

Dienstag, 17. März 2015:

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Knapp nach 5 Uhr erwache ich und kann aber dank Ohropax noch knapp eineinhalb Stunden weiterschlafen. Ich gehe kurz zum See in der Höhle, um zu schwimmen und ein paar Kleidungsstücke zu waschen. Nick und Nicole geben mir die Schlüssel für ihren Motorroller. Ich sortiere die Sachen, den Tag möchte ich mit Baden und Chillen an der Ta Falang verbringen und abends per Moped in die Stadt fahren, um Übliches wie Internet, Massage, Essen und Marktbesuch zu erledigen. György sagt, dass er am Nachmittag an die Ta Falang nachkommen will. Hannes muss auch in die Stadt, also fahren er und ich zu zweit am Roller an die Ta Falang, er setzt mich dort ab und fährt weiter nach Thakhek. Mittags will er wieder hier sein, damit ich den Roller übernehmen kann. Wieder aktualisiere ich den Blog und studiere in Reiseführern aus der Green Climbers Home Bibliothek, um Infos über meine weitere Reiseroute zu erhalten. Als erste treffen György und Kevin ein, dann Hannes, zuletzt kommt Den dazu und wir bleiben bis zum späten Nachmittag. Ich fahre zuerst Hannes ins Camp zurück, fahre dann nach Thakhek und treffe György und Kevin an der Mekongpromenade. Zu dritt suchen wir wieder Savaydee Massage auf, diesmal entscheide ich mich für eine wesentlich schmerzhaftere aber trotzdem entspannendere Body Massage im Unterschied zur humanen Ölmassage letztes Mal. Wir essen wie üblich am Wifi Platz, György und Kevin fahren früher ins Camp, ich bin wieder um 23:30 Uhr dort.

Mittwoch, 18. März 2015:

V.l.: Laurie mit seinem Gummikrokodil Mathilda, Kevin, ich, Hannes, Angestellter vom GCH

V.l.: Laurie mit seinem Gummikrokodil Mathilda, Kevin, ich, Hannes, Angestellter vom GCH

Hannes, mit dem ich heute früh klettern ausgemacht habe, wird 30 Minuten nach mir wach. Zuerst wollen wir nicht auf den Kaffee, dann nicht aufs Frühstück verzichten, bis wir schließlich bereits bei den Aufwärmrouten im Sektor Elephant in der sengenden Hitze klettern. Ich mache vormittags 2 Versuche in der Jungle King und sichere Hannes in Der Grimel 7b im Sektor Honeymoon, den er erfolgreich durchsteigt. Es hat heute brutale 41 Grad und ich gehe zur Höhle, um mich abzukühlen. Dort treffe ich Nico und es kommen auch Laurie mit aufblasbarem Krokodil Mathilda und eine Amerikanerin. Kurz zuvor muss ich mich von Piet und Julia mit ihren 2 kleinen Kindern verabschieden, die heute, nach 6 Wochen Thakhek, nach Tonsai weiterreisen. Auch Kevin ist im Tuk Tuk dabei und fährt nach Tonsai. Zu Mittag esse ich wieder einen leichten Hühnerstreifensalat, bevor ich mit Nico wieder ins Roof Right bzw. zum Elephant gehe. Nach drei weiteren Versuchen, bei denen ich meinem Ziel schon sehr nahe komme, muss ich es für heute gut sein lassen und entscheide mich, einen weiteren Tag im Camp zu verlängern. Die 41 Grad Hitze und zwei Bienenstiche sind für den Rotpunkt Durchstieg nicht gerade förderlich. Nico und ich essen bereits früh im Restaurant, Nick, Nicole, Gordon, Györgi, Laura, Hauke und Leon stoßen nach und nach dazu. Jonathan aus England, den ich ebenfalls in Tonsai getroffen habe, checkt ein. Da ich aus meinem Zelt bereits ausgezogen bin, wäre der einzige freie Schlafplatz im Camp in einem Bungalow und mit 16 € die Nacht viermal so teuer wie ein Zelt. Zum Glück leihen mir Hauke und Laura ihr Zelt und ich beziehe das nette schattige Plätzchen in der Höhle, wo schon Hendrik damals sein Zelt aufgestellt hat. Nico hilft mir, später kommt Hauke und bittet mich um die Bose Lautsprecherbox, weil einige Leute auf der Stiege vor dem Schlafsaal per Laptop einen Kletterfilm anschauen wollen. Ich setze mich dazu, die Leute vom Abendessen, aber auch Tilo, Reto, Elli, zwei weitere Schweizer und einige andere Neuankömmlinge schauen den Film. Gleich danach gehe ich zum neuen Zeltplatz und schlafe gegen 22:30 Uhr ein, obwohl es am Lagerfeuer in unmittelbarer Nähe wieder recht lustig zugeht. Ich habe für morgen bereits um 6 Uhr Klettern mit Nico vereinbart, um der ärgsten Hitze zu entgehen.

Donnerstag, 19. März 2015:

Freunde am Tisch: v. l.: György, Nico, Nicole, Gordon, Nick, ich, Hauke, Leon und Laura

Freunde am Tisch: v. l.: György, Nico, Nicole, Gordon, Nick, ich, Hauke, Leon und Laura

Ich erwache bereits um 4:40 Uhr und mache mich fürs Klettern fertig. Etwa eine Stunde später wecke ich Nico. Um halb 7 machen wir bereits die ersten Aufwärmrouten im Sektor Elephant. Dann geht es rüber zum Roof und ich habe erneut 3 kräfteraubende Versuche in der Vormittagshitze. Einmal sichere ich Nico im Sektor Honeymoon. Hannes mit Kletterpatner, Chris mit Freundin, Ruben und Lotta klettern ebenfalls in unserer Nähe. Ich trinke erst spät Kaffee und esse eine Fruchtplatte, bevor ich aufgrund der gnadenlosen Mittagshitze die Höhle zum Schwimmen aufsuche. Ich staune nicht schlecht, als ich die vielen Leute dort sehe. Die gestern angekommenen 2 Schweizer chillen am Stein bzw. in der HängemNi, in der Höhle zeigt Laurie auf seinem Laptop einen Kinofilm (!), den sich Martin, Chris mit Freundin und noch ein, zwei Leute reinziehen. Hannes kommt ebenfalls kurz zum Schwimmen vorbei, läuft dann aber zur Shiva Höhle, weil er dort alleine und in Ruhe meditieren will. Nachdem ich geschwommen und herumgelegen bin, mache ich mich auf den Weg zum Restaurant, Nico kommt mir entgegen, der gerade zum See in der Höhle will. Ich esse einen Blattsalat mit Hühnerstreifen und gleiche meinen Flüssigkeitsmangel aus. Ich sitze bei Nick und Nicole, Nico kommt nach. Vor dem Klettern hüpfe ich aufgrund der großen Hitze nochmals in den See, Nick und Nicole sind auch hier, die 2 Schweizer ebenso, bzw Heather, die in der Höhle Mantras singt, was der Höhle noch einen zusätzlichen mystischen Touch verleiht. Zurück im Restaurant, gehen Nico und ich gleich zum Roof. Bereits beim ersten Versuch am Nachmitag (etwa dem 15. insgesamt) gelingt mir endlich der hart erarbeitete Rotpunkt Durchstieg der Jungle King 7b.  Ich sichere Nico und Hauke im Roof. Es sind mittlerweile sehr viele Leute hier: Nick, Nicole, Nico, Leon, Laura, Angus, Hauke, György, Marion und Elli. Mit Nico gehe ich noch in den Sektor Elephant, um ihn nochmals in einer Route zu sichern. Mit Leon habe ich schon am frühen Nachmittag vereinbart, dass, falls ich das Projekt schaffe, mit ihm ein Tuk Tuk nach Thakhek nehme, das immerhin 15 € kostet. Wir bestellen eines für 21 Uhr. Ein letztes Mal esse ich nach 3 Wochen Green Climbers Home im Restaurant, und genau heute gibt es wieder Wiener Schnitzel, noch einmal in der üblichen netten Runde, nachdem wir 3 Tische zusammengeschoben haben und erst jetzt merke ich, wie sehr sie mir wohl alle fehlen werden, man merkt es erst so richtig, wenn man gehen und Abschied nehmen muss, was für eine großartige Zeit man mit großartigen Leuten verbringen durfte. Dementsprechend emotional war auch der Abschied, als das Tuk Tuk samt uns um die Kurve bog und einen letzten Blick freigab auf die Lichter des Camps. Nico kam zuvor noch zweimal zum Tuk Tuk, um sich nochmals zu veraabschieden, mit ihm, dem gechillten Zimmermann aus Heidelberg, bin ich am meisten zusammengewachsen. Bei der Busstation trennen sich wieder meine und Leons Wege, weil er Richtung Pakxe/ 4000 Islands nach Südlaos weiterfährt, während ich nach Vang Vieng Richtung Nordlaos weiterreise. Ich bin um 22 Uhr beim Terminal, wo ein Bus nach Vientiane bereits wartet, ich nehme aber den, der um 23 Uhr wegfährt, damit ich nicht mitten in der Nacht in Vientiane bin und zu lange auf einen Anschlussbus nach Vang Vieng warten muss. Im unklimatisierten Busstation Bereich ist es trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit unglaublich schwül. Bereits beim Einsteigen stellen sich Becks und Jennifer aus den USA vor, die auch nach Vang Vieng wollen. Ein spanisch sprechendes Pärchen sitzt auch im Bus, der 6 bis 8 Stunden bis Vientiane benötigt. Der Bus ist nur halb voll, aber äußerst schlecht gefedert und ich sitze genau über dem Hinterrad…

FOTOS: Kletter- und Kulturtrip nach Laos

Landschaftliche Eindrücke aus Zentrallaos

Green Climbers Home (Thakhek/ Laos)

Klettern: Caveman (5c+), Music Hall, Thakhek

Klettern: Der Organist (6b), Music Hall, Thakhek

Das unglaublich steile, ausladende Thakhek Roof

Klettern: Jungle King (7b), Roof Right Side, Thakhek

Freitag, 20. März 2015:

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Gegen 5:30 Uhr kommen wir an der Südlichen Busstation an und nehmen ein Songtheao (Taxi mit offenem Verdeck) Richtung Nördliche Busstation, von wo aus Vang Vieng ebenfalls per Bus anvisiert wird. Dort verbringe ich die ca. 1 stündige Wartezeit mit Frühstück, Bad und Einkaufen. Wie bereits im Bus nach Vientiane, kann ich immer nur kurz einschlafen, zu holprig ist teilweise die Piste und zu wenig Platz, um die Beine auszustrecken. In der ärgsten Hitze kommen wir in Vang Vieng an und marschieren über die ehemalige US Rollbahn ins Zentrum. Vang Vieng war früher nach dem gleichnamigen Fluss Nam Song benannt, im Indochinakrieg war das Städtchen für die US Armee unter dem Codenamen Lima Site V bekannt. Die Amerikanerinnen schlagen einen anderen Weg ein, ich habe mich im Reiseführer vorab informiert und tendiere zum Nam Song Garden Resort, wo hin und wieder auch Kletterer absteigen sollen. Es befindet sich vis á vis von Nam Song Island, wo täglich hunderte Touristen per Schlauchreifen den gleichnamigen Fluss befahren. Ein Heidenspaß, der aber schon für einige Tuber, die sich unterwegs die Kante gegeben haben, tödlich geendet hat (vor allem in der Regenzeit kann der sonst so beschaulich glucksende Fluss zum reißenden Monstrum werden). Daher haben die Behörden das alkoholgeschwängerte Treiben rigoros eingeschränkt, indem sie die Dutzenden Strandbars auf Nam Song Island abreißen ließen und Tubing ist wieder das ruhige Erlebnis, das es früher einmal war, auch wenn wieder neue Bars im Entstehen sind, müssen diese jedoch bis 18 Uhr schließen. Die meisten Unfälle passierten, als es bereits dunkel war und angeheiterte Leute die Ausstiegsstelle versäumten und dadurch von der Strömung mitgerissen wurden. Ich checke in einem Nebengebäude des Garden Resort, im Vang Vieng Basecamp ein und habe ein Zimmer mit Bad und Ventilator, mehr als ausreichend für mich. Im Gang (!) hat sich eine 63 jährige (!) Chinesin, die per Fahrrad unterwegs ist, am Fußboden eingerichtet, das ist richtig basic! Arne, der norwegische Vermieter, zeigt und erklärt mir ein paar Dinge, bevor ich bei Affenhitze über die Bambusbrücke beim Banana Resort querfeldein über Reisfelder marschiere, um den Phae Deng Mountain, das nächstgelegene Klettergebiet auszuchecken. Am Weg dorthin gibt es allerdings eine touristisch vermarktete Höhle. Ich bin aber nicht bereit, eine Gebühr nur dafür zu bezahlen, ein Klettergebiet anzuschauen und marschiere schweißgebadet den Weg zurück. Der Rasttag vom Klettern tut allerdings Fingerhaut und Muskeln gut. Ich erledige ein paar Einkäufe am Rückweg und will mich morgen für das Tubing eintragen. Leider komme ich ein paar Minuten zu spät und ich bekomme die Info, dass es reicht, wenn man sich für denselben Tag um 9 Uhr anmeldet. Arne leiht mir netterweise sein Fahrrad, mit dem ich vier weitere Klettergebiete auschecken will, die allesamt etwa 3 km nördlich von Vang Vieng gelegen sind. Auch hier muss man eine schwindlige Brücke über den Fluss passieren und man sieht die vielen Leute in ihren Schlauchreifen oder Kayaks. Ich finde die Sleeping Wall und den Secret Canyon, für die Tubers Paradise Wall, an der es nur 2 Mehrseillängenrouten gibt, braucht man eine Machete, um durch den dichten Dschungel dorthin zu kommen. was ich mir nicht antun will. Vegeblich suche ich nach der Sleeping Cave und fahre im Dunkeln wieder zum Resort zurück. Arne erzählt mir, dass ein östereichisches Pärchen, das ebenfalls bei ihm eingecheckt hat, auch klettern will. Kletterer findet man hier unter dem Partvolk nicht so leicht. Nach der Dusche spaziere ich ein bisschen durch den Ort, der mich stark an Siem Reap in Kambodscha erinnert, lieblich und ruhig am Tag, ein Hexenkessel in der Nacht. Ich schaue dem Treiben ein wenig zu und gehe dann in ein ruhiges Lokal am Fluss und esse in Ruhe zu Abend. Immer noch müde von der langen Anreise, bin ich gegen halb 12 im Bett.

Samstag, 21. März 2015:

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Ich erwache um 6:30 Uhr, es war relativ ruhig in der Nacht, nur ein, zwei Mal erwache ich wegen Betrunkener, die am Nachhauseweg vorbeigröhlen. Ich trinke einen Kaffee bei Arne und schreibe am Blog. Ich wundere mich über die nassen Straßen, es hat morgens etwa 15 Minuten geregnet. Etwa um halb 8 beginnt es aus Eimern zu schütten. Die dunstschwangeren Wolken am Vortag haben dies irgendwo schon angekündigt, die den Blick auf die imposanten Karstberge Vang Viengs getrübt haben. Also voraussichtlich kein Tubing oder Klettern heute. Ich gehe zum Frühstück zur benachbarten Terrasse des Nam Song Garden Guesthouse, einer Art Partnerbetrieb von Arne, der von Belgiern geführt wird und frühstücke dort. Es bewahrheitet sich, es regnet stark bis etwa Mittag. Natürlich könnte man auch nachmittags ins Tubing einsteigen, die Fahrt dauert etwa 4 Stunden, bis 18 Uhr muss man den Schlauch zurückgeben. Ich lasse mir dafür aber lieber Zeit. Ich nutze den gesamten Vormittag dazu, Mails zu schreiben bzw. zu beantworten und versprochene Bilder zu komprimieren bzw. anzuhängen. Schließlich nehme ich in meiner dunklen Unterkunft doch Sonnenstrahlen wahr und flüchte ins Freie. Weil mir Arne erzählt, dass ich das österreichische Pärchen und umgekehrt wiederholt versäume, schreibe ich ihnen eine Nachricht und bringe diese an deren Bungalowtür an. Wieder schlendere ich durch das Städtchen und gehe auf einen Burger samt Fruitshake in die Jungle Bar. Weil es wieder wärmer wird, gehe ich zum Nam Song Fluss, quere die Brücke zu den Outside Bungalows und lege mich auf eine der vielen schwimmenden Holz- und Bambusplattformen. Es herrscht viel Betrieb, es gibt eine Bar, von der laute Musik herdröhnt. Marion, eine der beiden Schweizerinnen vom Camp in Thakhek, schreibt mir, dass sie und Anne doch nach Vang Vieng kommen und am Abend bereits da sind. Sie fragen mich nach einer Guesthouse Empfehlung und ich nenne ihnen das Nam Song Garden. Schließlich wird mir das viele Herumliegen zu bunt und ich folge Schildern durch die Reisfelder auf der anderen Flussseite, die einen zur Lusi Cave und zum Pha Pouk Aussichtspunkt geleiten, von dem man einen schönen Überblick über Vang Vieng haben soll. Nach ca. 15 Minuten querfeldein kommt man zu einem Checkpoint, wo eine Gebühr von 1 € zu entrichten ist (wie fast bei jeder Attraktivität hier). Die steilen 200 Höhenmeter über felsiges, ausgesetztes, teilweise mit Holzleitern versehenes Gelände erklimme ich trotz Flip Flops flott und am Gipfel befinden sich gerade ein Brasilianer und eine Deutsche, wir quatschen kurz. Für einen Bergmenschen wie mich ist die Aussicht nicht so überragend, wieder ist es recht dunstig um die Karstkegel. Für die Lusi Cave ist es allerdings zu spät. Ich lasse mir Zeit und gehe wieder Richtung Stadt. Bei der Brücke, treffe ich wieder auf den Brasilianer, der fragt, ob ich zum Schwimmen zum Fluss mitkommen will. Da ich aber schon dort war, verneine ich. Wieder auf der Terrasse beim Guesthouse, unterhalte ich mich etwas mit Arne, als die 2 Österreicher auftauchen. David, Oberösterreicher und Sportwissenschaftsstudent in Innsbruck und Romana, promovierte Geologin aus Salzburg, haben allerdings schon für morgen die Weiterreise Richtung Südlaos gebucht. Wird also nichts mit Klettern. Wir unterhalten uns ein Weilchen. Sie sind 5 Monate in Thailand, Laos und Kambodscha unterwegs und wollen auch noch nach Nepal und Nordindien. Plötzlich kommen Anne und Marion vorbei, sie haben aber schon woanders Quartier bezogen. Leider haben die Beiden keine Lust mehr zum Klettern, weil sie bereits in 9 Tagen heimfliegen. Den, der Israeli, soll aber auch demnächst nach Vang Vieng kommen. Leider habe ich ihn vor meiner Abreise nicht mehr getroffen und keine Mailadresse von ihm, Anne und Marion wollen aber in Facebook Ausschau nach ihm halten. Er ist dann wohl die letzte Hoffnung für mich bezüglich Klettern in Vang Vieng… Auch fürs Tubing wollen sich Anne und Marion nicht recht begeistern (eher fürs Kayak, was mich nicht interessiert) und ich kann sie aber doch noch überreden, morgen um 10 vormittags den Fluss runterzuzuckeln. Sie gehen essen ins Olala Restaurant, Empfehlung von Arne. Ich bleibe aber noch bei Romana und David. Dann folge ich nach ins Restaurant, sie sind schon beim Gehen und ich esse ein Sandwich und einen Pancake bei einem Foodstall. Wir schlendern noch etwas durch Vang Vieng und um 23:30 Uhr bin ich bereits wieder im Bett.

Sonntag, 22. März 2015:

Tubing Vang Vieng Laos

Tubing Vang Vieng Laos

Ich erwache um 6:30 Uhr, gehe wieder zu den Belgiern frühstücken, mache ein paar Besorgungen und aktualisiere den Blog. Um 10 Uhr habe ich mit Anne und Marion bei der Tubing Group ausgemacht. Einheimische übernehmen die Ausgabe der Schläuche und das Drumherum und können davon finanziell profitieren. Mit 2 Koreanerinnen werden wir per Songtheao 4 km nördlich von Vang Vieng gebracht, zur Einstiegsstelle des Tubing. Unterwegs begegnen uns allerdings weit mehr Kayaker. Gleich zu Beginn sehe ich an der Uferböschung eine große Schlange, die gerade über ein Nagetier herfällt. Dieses stellt sich tot und kann dem übermächtigen Gegenüber wie durch ein Wunder entkommen. Unterwegs steuern wir eine Bar an, es gibt nur mehr ca. 10 auf Nam Song Island, nachdem sie im Jahre 2012 aufgrund der Eskapaden alle abgerissen wurden, weil es zu schlimmen Partyexzessen gekommen ist, wo auch einige Touristen ums Leben gekommen sind. Viele haben vor allem in der Regenzeit den Fluss unterschätzt und in zugedröhntem Zustand es nicht mehr an Land geschafft. Auch wenn wieder neue Bars entstehen, ist Tubing wieder das, was es einmal war, eine schöne Flussfahrt in atemberaubender Kulisse. Und der Nam Song River ist jetzt in der Trockenzeit besonders angenehm, weil er nicht viel Wasser führt und die Strömung nicht so stark ist. Mittags steuern wir einige Restaurants an, wo ausschließlich Laoten aus der Universität Vientiane ihren Sonntagsausflug laut begießen. Im Unterschied zu anderen südostasiatischen Ländern stehen die Einheimischen von Laos den Touristen bezüglich Feiern um nichts nach, eher im Gegenteil! Beim Ausstieg trinken wir noch einen Fruchtshake bei der letzten Bar. Bis knapp vor 18 Uhr schaffen wir es, die Schläuche wieder rechtzeitig zurückzubringen, ohne Übergebühr zahlen zu müssen. Nach der Dusche treffen wir uns wieder zum Abendessen. Die Schweizerinnen wollen jedoch in ein anderes Lokal wie ich, also trennen sich unsere Wege wieder. Heute will ich mir eine Pizza genehmigen. Ich bleibe noch ein bisschen länger in der Pizzeria Milan sitzen und bin gegen 23 Uhr im Bett.

Montag, 23. März 2015:

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Ich liege während der Nacht- aus welchen Gründen auch immer- 2 Stunden wach und stehe gegen 7 Uhr auf. Auch heute schreibe ich gleich am Blog weiter, packe die Klettersachen zusammen und frühstücke im belgisch- französischen Nam Song Garden Restaurant auf der Terrasse. Ich maile Tanja vom Greenclimbers Home in Thakhek wegen Dens Mailadresse, bekomme auch prompt Antwort, er kommt erst am 27. hierher, da bin ich allerdings längst in Chiang Mai (Thailand), weil am 26. mein Laos Visum abläuft. Ich will heute ein Moped ausleihen, da ich entferntere Klettergebiete anschauen will (die Hoffnung, andere Kletterer zu treffen, ist in Vang Vieng leider sehr gering). Ich muss jedoch nicht in die Ferne schweifen, weil auch Arne ein Moped verleiht. Ich starte über den Highway 13 Richtung Norden und halte mich an den Kletterführer Laos, wonach Pha Tang- Na Pha Daeng etwa 20 km entfernt sein soll. Die Anzeige am Tacho funktioniert nicht mehr, Ortsschilder gibt es fast keine. Ich fahre etwas zu weit, drehe um und nach einigem Suchen finde ich, von der Straße aus war es offensichtlich zu sehen, den etwa 10 minütigen Zugang durch Reisfelder und Bananenplantagen zum großen, recht schönen Klettergebiet. Leider sind jedoch, wie erwartet, keine Kletterer dort anzutreffen. Ich sehe eine Art Volleyballnetz neben dem Fels und entdecke eine Fledermaus, die sich hoffnungslos darin verfangen hat. Mit den bloßen Händen versuche ich, das hilflose Tier zu befreien und scheitere vorerst auch mit einer stumpfen Schere aus der Erste Hilfe Box. Schließlich gelingt es mir zumindest, das völlig verwickelte Tier aus dem Netz zu trennen und gebe ihm Wasser. Ich habe aber keine Chance, die zig Fesseln zu lösen und muss auch vorsichtig sein, das Tier nicht weiter zu verletzen. Also nehme ich es mit in der Hoffnung, im Dorf jemanden mit einer Schere anzutreffen. Ich werde auch schnell fündig, weil am Straßenrand eine Frau in einer Art Garage am Webstuhl Teppiche herstellt. Mit zwei Scheren können wir das Tier zu zweit befreien, das gleich in Richtung des nächsten Baumes fliegt. Nun visiere ich am Rückweg das Klettergebiet bei der Höhle Tham Nam Them an. Die Beschreibung im Kletterführer ist unzureichend und ich verfahre bzw. verlaufe mich ständig. Trotzdem gebe ich nicht auf und fühle mich fast wie Indiana Jones und habe dabei wunderbare Begegnungen mit immer freundlichen, hilfsbereiten, wie in einem anderen Zeitalter lebenden Einheimischen, meist alte Frauen in Reisfeldern, die mir mit Händen und Füßen den Weiterweg erklären wollen. Es sind Begegnungen, die sonst sicher kein Tourist hat. Fast würde ich eine Machete brauchen, so mit Schlingpflanzen verwuchert ist teilweise der Weg. Ich muss Flüsse und stockdunkle Höhlen durchqueren und finde schließlich das Klettergebiet, an dem der Zahn der Zeit stark genagt hat. Die Routen sind extrem dreckig und mit Spinnweben überwuchert, es müsste alles saniert werden, klettern ist hier unmöglich, nur ein Feuerwehrschlauch könnte hier noch Abhilfe schaffen. Irgendwie frage ich mich schon, wie man in einer derartigen Pampa überhaupt erst ein Klettergebiet einbohren kann. Am Rückweg quert wieder eine große Schlange meinen Weg, zurück finde ich den beschriebenen Zugang allerdings leichter und bade, weil ich so verschwitzt bin, im Nam Song und raste ein wenig. Ich nütze es noch etwas aus, mit dem Roller unterwegs zu sein und checke damit die Straßen im Zentrum aus. Dabei komme ich auch an Adams Climbing School vorbei und der Angestellte bestätigt mir, dass es sehr schwer ist, Kletterpartner hier zu finden. Am ehesten finden Kurse für Anfänger statt. Ich kehre zurück zum Guesthouse und dusche erst mal. Malay, die laotische Frau von Arne, bietet mir hausgemachten Salat an, das nette Angebot (sie haben ja kein Restaurant) kann ich nicht abschlagen und ich esse mit Arne. Ich erzähle die Geschichte mit der Fledermaus und Malay sagt mir, dass das Netz die Bedeutung hatte, Vögel und Fledermäuse abzufangen, die dann auf der Speisekarte der Einheimischen stehen. Zum Glück hat mich niemand beim Zerschneiden des Netzes ertappt! Danach gehe ich ins Lokal „The Dining Room“ unmittelbar um die Ecke, das von Michael, einem Wiener, geführt wird. Er ist seit 4 Jahren hier, hat eine Laotin geheiratet und sie haben ein gemeinsames Kind. In seinem Lokal trifft Cuisine Austria auf die laotische Küche und die Speisekarte kann sich sehen lassen, es gibt beiderlei Speisen (auf der österreichischen Karte gibt es Sachen wie Gulasch, Schmarren oder Schnitzel), aber auch Fusionsgerichte wie etwa Reisspaghetti Vang Viengnese mit Zitronengrasragout und Minzhaube. Ich entscheide mich für ein leckeres Schnitzel. Arne kommt vorbei und wir sitzen kurz beisammen, als es plötzlich zu regnen beginnt. Ich gehe weiter zu einer der beiden Hauptstraßen und setze mich in die Rasta Bar, wo ich Dominik aus Deutschland und Björn, einen asiatisch aussehenden Kalifornier kennenlerne, Letzterer gibt mir einige Tipps für Luang Prabang. Wir gehen noch in die Pizzeria Milan, danach schaue ich mir das Partytreiben der jungen Leute in der Sakura Bar und im Club Viva Vang Vieng an und befinde, dass ich doch schon etwas zu alt für diese Art des Feierns bin. Knapp nach 1 Uhr bin ich im Bett.

FOTOS: „In the Tubing“: Im Schlauch den Nam Xong River befahren in Vang Vieng/ Zentrallaos

Dienstag, 24. März 2015:

Luang Prabang, Laos, Weltkulturerbe

Luang Prabang, Laos, Weltkulturerbe

Nach dem Aufstehen wird wieder am Blog geschrieben und für die heutige Weiterreise nach Luang Prabang gepackt, ebenso für die noch für heute geplante Mopedfahrt zur Blauen Lagune und zum Phae Deng Mountain, das letzte noch auszucheckende Klettergebiet. In der Nacht hat es stark geregnet. Zuallererst kümmere ich mich um das Busticket und reserviere einen Platz im Schlafbus, der 7 Stunden Fahrzeit hat. Nachher gehe ich an den üblichen Platz frühstücken. Dort reserviere ich online einen Platz im 9 Sitzer Flug übermorgen um 13:15 Uhr von Luang Prabang nach Chiang Mai, der eine Stunde dauert. Doch dann beginnt es ganz stark zu regnen und es schaut nicht danach aus, als ob es bald wieder aufhören würde. Ein Tag bei Regen in Vang Vieng macht für mich keinen Sinn und ich gehe nochmals ins Reisebüro, um auf einen früheren Bus umzubuchen, was dann auch klappt. Der Mini Van startet um 14 Uhr und braucht für dieselbe Entfernung nur 4 Stunden, aber auf einer neuen, besser ausgebauten Strecke, wie Arne erzählt hat. Die Strecke ist äußerst kurvenreich und führt in den dichteren Dschungel des Nordens, immer wieder passiert man steile Abstürze, weswegen dieser Weg auch von Bussen gemieden wird. Ich muss mich beeilen und verabschiede mich schnell von Arne und Malay, gehe noch auf ein schnelles Sandwich in die Pizzeria Milan und sitze knapp nach 14 Uhr bei starkem Regen im Van. Unterwegs wird der Regen schwächer und gegen 18:30 habe ich bereits mein Quartier im Vilayvan Guesthouse, auf Empfehlung meines Reiseführerbuches. Der Besitzer Dauk lässt lange auf sich warten. Als er da ist, schaue ich mir eines der sauberen Zimmer an und buche 2 Nächte. Dauk sagt, er war früher Masseur und als ich ihm erzähle, dass ich Kletterer bin, fängt er gleich an, meinen Rücken und meine Beine zu massieren und bietet mir an, im Zimmer damit weiterzumachen. Das kommt mir, auch wenn er sehr hilfsbereit und nett ist, allerdings Spanisch vor und ich lehne ab. Dann checke ich die Umgebung aus. Luang Prabang, die alte Königsstadt, ist wunderschön gelegen an der Mündung des Nan Khan in den Mekong und der 30 000 Einwohner Ort wirkt in seiner ruhigen Gangart wie aus der Zeit gefallen. Außerdem reihen sich von der Spitze der Halbinsel 40 (!) Klöster und Tempel aneinander und wohin man schaut, sieht man hier orangegewandete Mönche, was Luang Prabang einen ganz besonderen Flair verleiht. Die Bauweise der Häuser und vieles mehr tragen wesentlich dazu bei, dass Luang Prabang im Jahre 1995 zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Ich streife an den belebten, mit Restaurants und Guesthouses gesäumten Flusspromenaden von  Nan Khan und Mekong durch die Hauptstraßen und sehe viele Märkte, Kunsthandwerk und natürlich Reisebüros, Gasthäuser usw. für die Touristen.Anschließend esse ich noch in einem netten Lokal namens Banpa in der Phou Si Road zu Abend und falle bereits vor 23 Uhr ins Bett. Morgen will ich in aller Früh den Almosengang der Mönche durch die Sakkarine Road im Herzen Luang Prabangs miterleben.

Mittwoch, 25. März 2015:

Dag Bat, täglicher Almosengang der Mönche

Dag Bat, täglicher Almosengang der Mönche

Ich werde bereits um 4 Uhr wach und kann nicht mehr einschlafen. Daher bleibe ich gleich munter und bin um halb 6 bereits am Weg zum Empfang der Essensgaben für die Mönche von Gläubigen, die sich dadurch Verdienste für ihre Wiedergeburt erwerben können. Sehr viele Touristen beobachten dieses stille Treiben. Am Rückweg frühstücke ich im gleichen Lokal und leihe dann ein Moped aus, mit dem ich den 30 m hohen Tad Kuang Xi Wasserfall, 32 km südwestlich von Luang Prabang gelegen, besuchen will. Es ist ein schöner Fußweg vom Parkplatz in die dichte Dschungellandschaft. Es gibt auch ein Bärengehege, das eine Auffangstation für die durch die Wilderei gefährdeten Asiatischen Schwarzbären darstellen soll. Ich erklimme auch den höchsten Punkt beim Wasserfall, rund um den ein rutschiger, steiler Weg führt. Unterwegs zurück passiert man mehrmals wunderschöne türkise Wasserbecken, die zum Schwimmen geeignet sind, was ich mir natürlich nicht nehmen lasse, obwohl es hier deutlich kühler ist als etwa vergleichsweise in Thakhek oder in Vang Vieng. Je später es wird, desto mehr Touristen kommen zu den Fällen. Ich habe allerdings den richtigen Riecher dahingehend gehabt, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, denn während des Schreibens am Blog bemerke ich eine spürbare Abkühlung und wenig später vernehme ich Donnergrollen, als es auch schon zu regnen beginnt. Zum Glück regnet es nicht so stark und nicht so lang, dass sich der Asphalt nicht in eine Schmierseife verwandelt. Aufpassen muss ich trotzdem höllisch. Wieder im Zentrum angekommen, fahre ich auch dort etwas umher und esse ein für Laos so typisches Sandwich samt Fruchtshake, das man hierzulande als Baguette bezeichnen würde. Hier scheint es zwar nicht geregnet zu haben, es ist aber bedeckt und so wird wohl nichts aus dem Vorhaben werden, den Sonnenuntergang vom Phou Si, Luang Prabangs Hausberg, einzufangen. Also erklimme ich ihn, weil ich sonst nichts anderes zu tun habe, schon gegen 15 Uhr. Dementsprechend wenige Leute sind dann am höchsten Punkt. Vom Aussichtspunkt aus sieht die pittoreske Stadt aus wie eingerahmt inmitten von grünen Hügeln und braunen Bändern, die den Nam Khan und den Mekong darstellen. Beim Abstieg nehme ich einen anderen Weg, der beim Vat Pa Khe Kloster endet. Man passiert dabei einige Höhlen mit Buddhastatuen und kommt schließlich zu einem Schrein, wo sich der heilige Fußabdruck von Buddha befindet. Eben dort gibt es eine Aussichtskanzel und es befinden sich einige junge Mönche dort. Steven, ein Orangegewandeter im Jugendlichenalter, spricht mich an und wir tratschen etwa eine halbe Stunde. Der junge Geistliche lebt bereits seit 4 Jahren ununterbrochen im Tempel und plant, noch 3 Jahre dort zu bleiben. Er will bis zum Abschluss seines Examens im Tempel bleiben und dann wieder ein weltliches Leben führen, sobald er an die Universität kommt. Dies machen scheinbar viele junge Mönche so, dass sie die Zeit ab dem frühen Bubenalter bis zum Schulabschluss im Kloster verbringen. Ich bemerke, welch erstaunliches Wissen und welche perfekten Englischkenntnisse der junge spirituelle Laote bereits an den Tag legt. Wieder im Ortskern, streife ich wieder etwas durch die Sisavangvong Road, die Hauptstraße im Zentrum. Heute hat mir Andrzej gemailt, dass er bereits in Chiang Mai auf mich wartet, damit wir wieder Klettern gehen. In einem Laden, wo man Ferngespräche führen kann, rufe ich im Jira Homestay in Mae On, etwa 40 km von Chiang Mai, an und reserviere dort einen Bungalow ab morgen für etwa eine Woche. Dies ist die einzige Unterkunft, die sich nahe des Crazy Horse Buttress, so heißt das berühmte Klettergebiet dort, befindet. Die Telefonnummer hat mir ja bereits das ältere englische Klettererpärchen in Thakhek gegeben. Weil das laotische Geld so gut wie nichts wert ist und ich ja morgen nach Nordthailand ausreise, macht es keinen Sinn, nochmals Geld vom Bankomaten zu beheben, entsprechend kalkulieren muss ich am Abend, damit sich alles noch ausgeht. Daher schlendere ich nur durch den interessanten Markt, der sich auch gestern an der selben Stelle in der Sisavangvong Road befunden hat und muss es mir verkneifen, weitere T- Shirts (dafür habe ich ein Faible) zu kaufen. Im Quartier muss ich noch die Wäscherei bezahlen, das Moped auftanken (es kostet mich einige Zeit, eine Tankstelle zu finden, die abends offen hat), zu Abend essen im Sabaidee Restaurant in der Phou Si Road und sogar ein Bier geht sich noch aus in der angesagtesten Bar der Stadt, im Utopia, das sich nur einen Steinwurf vom Vilayvanh Guesthouse befindet. Das Geld für das Frühstück und den Transport per Tuk Tuk zum etwa 4 km nördlich der Stadt gelegenen Flughafen habe ich vorsorglich zur Seite gelegt. Kurz nach 23:30 Uhr falle ich müde ins Bett.

Donnerstag, 26. März 2015:

Kurs auf Chiang Mai

Kurs auf Chiang Mai

Das Krähen der Hähne reißt mich um 6 Uhr aus dem Schlaf. Ich beginne am Tagebuch zu schreiben. Währenddessen beginnt es stark und hartnäckig zu regnen. Um halb 8 Uhr starte ich mit dem Neusortieren des Gepäcks für den heutigen Flug nach Chiang Mai. Es regnet immer noch stark, als ich um 9 Uhr das Moped zum Verleih zurückbringe. Zurück im Guesthouse, packe ich die restlichen Sachen zusammen und frühstücke wieder im Banpa Restaurant. Ich checke vom Vilayvanh Guesthouse aus und fahre per Tuk Tuk zum kleinen Flughafen von Luang Prabang, wo ich kurz nach 11 Uhr ankomme. Bei der Passkontrolle stellen die Beamten fest, dass mein Visum überschritten wurde und schicken mich gleich wieder raus zum Bankomaten vor dem Flughafen, da eine Strafgebühr von ca. 10 € fällig wird. Genau so viele laotische Kip und keinen einzigen mehr behebe ich, weil man außerhalb von Laos aufgrund des geringen Wertes auf dieser Währung sitzen bleibt. Ehrlich gesagt, dachte ich wirklich, dass das Visum erst heute endet. Weil ich am 24. Feber über Vientiane eingereist bin und ich der Meinung war, dass es von 24. bis 28. Feber vier Tage sind, plus 26 im März, würde dies Summa Summarum 30 Tage ausmachen. Der 24. Feber gilt allerdings auch als Aufenthaltstag. Obwohl ich mich selbst, nach über 10 Jahren Fernreisen, mittlerweile als einen erfahrenden Reisenden bezeichnen würde, muss auch ich immer wieder mal Lehrgeld bezahlen- und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe einfach wieder einmal zu wenig genau geschaut, wie etwa auch bei der unnötigen, teuren und zeitaufwändigen Anreise nach Thakhek von Bangkok per Flug über Vientiane. Der Flug nach Chiang Mai startet um 13:15 Uhr. Etwas mehr als ein Stunde später betrete ich bereits wieder thailändischen Boden. Es folgt wie immer eine lange Warterei bei der Einwanderungsbehörde, in der Warteschlange lerne ich Tucker, einen Studenten aus Washington DC kennen, der einen Monat durch Vietnam, Laos und Thailand reist. Mit ihm teile ich ein Taxi in die Stadt, das uns zu seinem Guesthouse bringt. Ich suche noch ein paar Minuten zu Fuß weiter mit fast 30 kg Gepäck und finde zum Glück recht schnell den Klettershop der CMRCA (Chiang Mai Rock Climbing Association), die den „Crazy Horse Buttress“, so heißt das Klettergebiet 35 km von der Stadt entfernt, errichtet hat, wartet und überhaupt eine vorbildliche Einstellung bezüglich aktivem Umweltschutz (im Unterschied zu Tonsai) an den Felsen vorlebt. Ich kaufe einige notwendige kletterspezifische Sachen und fahre per Tuk Tuk zur Praisanee Road, die am östlichen Ende der 170 000 Einwohner Stadt (Chiang Mai ist nach Bangkok die zweitgrößte thailändische Stadt und gleichzeitig das Zentrum des Nordens) liegt. Von dort soll ein Songtheao Richtung Mae On fahren, inmitten der Pampa um den Crazy Horse. Leider ist dem nicht so und ich warte ewig, bis endlich so ein Fahrzeug anhält. Ein Polizist hat mir schon geraten, es wäre besser, eine Nacht in der Stadt zu verbringen und erst morgens mit dem Bus zu fahren, da zahle ich aber lieber die knapp 9 € Kosten für den Privattransport, als wie einen weiteren Klettertag zu verlieren. Gegen 17:30 Uhr komme ich im Jira Homestay, einen Steinwurf vom Klettergebiet entfernt, an und werde von der Vermieterin Nongyao gleich herumgeführt. Ich entscheide mich für eine billige Unterkunft (gefliester Raum statt Bungalow), die mir vollkommen ausreicht. Erst als es dunkel wird, bin ich mit dem Auspacken fertig. Ich befinde mich echt im Niemandsland, es gibt die Felsen, die Straße, das Homestay samt kleinem Restaurant und sonst…NICHTS! Wenn ich etwas brauche, wie etwa Markt, Massage oder Fahrt zu den heißen Quellen, dürfte ich ein Moped verwenden. Im Restaurant, oder besser gesagt very basic Food Stall, sitzen 4 Leute, die alle morgen abreisen. Joan und Jane aus den USA fahren nach Tonsai, Martina aus Tschechien und Dan aus Neuseeland ziehen nach Indien weiter. Laut Nongyao sollen aber morgen wieder Leute kommen. Sonst bin ich wohl der einzige Gast hier! Ich rede noch ein bisschen, während ich zu Abend esse, mit den 4 Kletterern, die mir erzählen, dass fast nichts los ist an den Felsen, hie und da sind Klettergruppen von der CMRCA aus hier, meist Kletterkurse. Diese kommen morgens aus der Stadt und fahren nachmittags wieder. Zum Glück hat Andrzej geschrieben, dass wir uns morgen um 8:30 Uhr am Parkplatz vor den Felsen treffen. Er fährt lieber täglich hin und zurück von/ bis Chiang Mai. Bereits vor 21 Uhr gehen im Homestay die Lichter aus und plötzlich sitze ich allein im Dunkeln. Ich lese im neu gekauften hiesigen Kletterführer, den ich bei CMRCA besorgt habe und aktualisiere den Blog. Gegen halb 12 schlafe ich ein. 

FOTOS: Streifzug durch Luang Prabang- alte Tempel- und Königsstadt in Nordlaos

Wat Xieng Thong- größter Tempel in Luang Prabang

Mönchsspeisung in Luang Prabang- jahrtausendealte Tradition

Kuang Si Wasserfall und Bärenauffangstation- Luang Prabang

Freitag, 27. März 2015:

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Bereits um 5:30 Uhr wache ich auf, kann aber zum Glück nochmals bis 7 Uhr weiterschlafen. Die vier anderen Gäste sind schon beim Zusammenpacken. Ich versuche verzweifelt, im Restaurant jemanden zu finden, der mir einen Kaffee bzw. ein Frühstück macht. Auch wenn die Besitzer sehr nett sind, scheinen sie kein Interesse daran zu haben, ein Geschäft zu machen. Ich komme schon ein bisschen in Zeitnot, weil ich bald mit Andrzej ausgemacht habe. Schließlich finde ich die Familie doch, sie sind gerade dabei, das Schild auf der Straße wieder im Boden zu verankern, das auf ihren Betrieb hinweist. Laut Om, dem Mann von Nongyao, hat es der gestrige starke Wind umgerissen. Es gibt weder Brot, noch Müsli oder andere westliche Gerichte. Deshalb esse ich ein Gemüseomelett und trinke einen Kaffee. Die ca. 1 km Fußmarsch zum Parkplatz vor dem Crazy Horse kostet mich erneut Zeit, sodass ich etwa 15 Minuten zu spät komme. Zum Glück ist auch Andrzej erst seit 5 Minuten hier, er braucht fast 1 Stunde für die Anfahrt per Moped aus Chiang Mai. Er war noch 3 Tage länger als ich in Thakhek und fuhr dann per Bus nach Vientiane und dann weiter nach Chiang Mai. Er bleibt so wie ich bis 2. April und fliegt dann nach Kambodscha und reist danach vielleicht wieder nach Tonsai. Wir klettern von halb 10 bis halb 5 zuerst im Sektor The Furnace und danach im Sektor The Junkyard. Es läuft heute nicht so recht, weil ich meine Erwartungen zu hoch schraube. Am Rücksitz von Andrzejs Moped kehre ich ausgehungert zum Jira Homestay zurück und esse erst mal einen Reis mit Huhn und Gemüse. Dabei führe ich eine nette Unterhaltung mit Nongyao, Om und deren Sohn Poon bzw. Tochter Jira. Im Lokal gibt es noch eine weitere Angestellte. Wieder bietet mir Om an, dass ich kostenlos ein Moped ausleihen kann, wenn ich zum 2 km entfernten Markt fahren will, was ich dann auch prompt mache. Der Zustand des klapprigen Mopeds könnte getrost als gemeingefährlich bezeichnet werden. Es funktioniert nur eine Bremse und die eher spärlich, es gibt kein Vorderlicht usw. Trotzdem fahre ich damit zum einheimischen Markt und schaue auch in einen 7/11 Markt (dem südostasiatischen Supermarkt Platzhirsch, den es quasi an jeder Ecke gibt, sogar in der hiesigen Pampa), um Dinge fürs Frühstück bzw. Obst zu kaufen. Wieder im Homestay, setze ich mich ein wenig an die „Bar“ und schreibe am Blog bzw. suche nach einem Flug von Chiang Mai nach Bangkok für den 2. April am Vormittag. Es sind doch einige Gäste gekommen, Asiaten, die eher nicht Kletterer zu sein scheinen, und ein paar Englisch sprechende Leute, wo auch laut Om Kletterer darunter sind. Ich habe allerdings heute keine Lust auf neue Bekanntschaften. Außer Nongyao kann von der Familie eigentlich niemand wirklich Englisch sprechen, egal, man unterhält sich mit Händen und Füßen. Der zweite Versuch der Flugbuchung mit der Billigfluggesellschaft Air Asia ist erfolgreich und ich fliege für nur 40 € am 2. April mittags von Chiang Mai nach Bangkok und somit bleibt mir noch etwas Zeit für Einkäufe. Ich „rede“ noch etwas mit Om, der auch müde ist vom Arbeiten in der Küche und gehe dann gegen halb 11 in mein Zimmer, lese noch etwas, bevor ich schlafen gehe. Ich habe aber einen neuen Nachbar bekommen, dem ich am Nachhauseweg begegne: Nick aus Kalifornien wohnt jetzt statt der zwei Amerikanerinnen neben mir.

Samstag, 28. März 2015:

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Ich erwache um 7 Uhr, frühstücke mein gestern eingekauftes „Western Food“ und starte gegen 9 Uhr per Moped zum Crazy Horse Buttress. Ich nehme aber gebratenen Reis mit Gemüse und Huhn als Jause in einer Tupperbox mit, den Nongyao zubereitet hat und habe Mühe, die große Portion über den Tag verteilt aufzuessen. Normalerweise habe ich damit keine Probleme, vielleicht liegt es nur daran, dass mein Magen heute beleidigt ist. Andrzej ist bereits hier. Wir wärmen uns im Hauptsektor Crazy Horse auf und flüchten bald wieder, weil der Sektor bereits in der Sonne ist und uns die große Hitze schnell vertreibt. Es sind einige thailändische Kletterer hier, weil Wochenende ist, und auch Nick, der mit einem Freund, der ebenfalls aus Kalifornien ist und Rose, der asiatisch aussehenden Freundin von Letzterem, im selben Sektor klettert. Alle drei sind Englischlehrer in Thailand und sind über das Wochenende zum Klettern hierhergefahren. Ich arbeite dann am gestern begonnenen Projekt The Incinerator 7a im Sektor The Furnace weiter, das für den Grad eine sehr schwierige Schlüsselstelle gleich zu Beginn hat. Danach gehen wir wieder zum sich bereits im Schatten befindlichen Sektor The Junkyard weiter, wo zuerst ich, dann auch Andrzej die ebenfalls schwere weil anhaltend fordernde Route A Song of Stone 6c rotpunkt beenden kann. Anschließend begebe ich mich wieder zum Projekt, Andrzej klettert aber nicht mehr, weil wir für morgen bereits Klettern ausgemacht haben und er es nicht gewohnt ist, im Unterschied zu mir, 3 Tage hintereinander zu klettern. Ich hatte schon in der Nacht etwas Bauchweh und frühmorgens Durchfall, auch untertags, was man natürlich beim Sport ganz stark zu spüren bekommt. Nachher fahren wir gemeinsam mit unseren Mopeds zur Tankstelle neben dem Baan Sahakorn Markt, wo ich gestern eingekauft habe, Andrzej fährt anschließend wieder nach Chiang Mai zurück. Ich checke den Standort des Massagesalons in der Nähe aus, der in meinem Kletterguidebook beschrieben ist und reserviere einen Termin für 18 Uhr. Zurück im Homestay, packe ich den Kletterrucksack aus und gehe duschen. Nach einem Bier geht es per Moped zur Massage. Mir wird, weil ich Kletterer bin, eine Ölmassage statt der schmerzhaften Thaimassage empfohlen, und ich bin froh, mich dafür entschieden zu haben, auch wenn diese doppelt so teuer ist, ich brauche aber keine brutalen Verrenkungen. In meinem Fall sollen ja die Muskeln davon profitieren, nicht die Knochen. Die Masseurin und auch deren Chefin sprechen ein gutes Englisch und ich bekomme zum Abschluss einen Gingertee. So habe ich nicht gewusst, dass man vor bzw. nach einer Massage keinen Alkohol konsumieren soll, sondern Wasser, und dies so viel wie möglich. Es tat gut, aber ich fühle mich total schlapp, vielleicht auch wegen des Flüssigkeitsverlusts ob des Durchfalls, und lege mich bereits um halb 9 ins Bett zum Lesen und Blog schreiben und schlafe gegen halb 11 ein.

Sonntag, 29. März 2015:

Heart Wall, Crazy Horse Buttress, Chiang Mai, Thailand

Heart Wall, Crazy Horse Buttress, Chiang Mai, Thailand

Um 4 Uhr erwache ich bereits und fühle mich ziemlich schlapp. Es ändert sich nicht viel, obwohl ich nochmals bis 7 Uhr schlafe. Immer noch plagen mich Durchfall und Bauchweh. Ich schreibe eine Mail an Andrzej, ob wir den für morgen geplanten Rasttag auf heute vorverlegen können. Trotzdem frühstücke ich und Andrzej erscheint pünktlich um halb 9. Er hat mein Mail nicht gelesen. Weil er so eine lange Anreise hinter sich hat, entscheide ich mich doch dafür, klettern zu gehen. Nongyao legt mir ans Herz, zu Fuß zum Klettergebiet zu gehen, weil es schon Unfälle bei der steilen, holprigen Abfahrt gegeben hat und die Polizei dann automatisch auch im Jira Homestay ermittelt, was sie aufgrund der veralteten Leihmopeds vermeiden will. Wir entscheiden uns heute für das beste Klettergebiet, allerdings auch mit dem längsten Zustieg, wofür man den ganzen Berg umrunden muss. Es ist die Heart Wall, die auch die einzige Wand ist, wo es nicht nur null bis drei Sterne für die Qualität der Routen im Kletterführer gibt, sondern wo es zusätzlich Herzen (!) zur Auszeichnung ganz besonders schöner Routen gibt. Ich mache es mir zur Aufgabe, heute ausschließlich Routen mit drei Sternen oder Herz zu klettern. Ich klettere 5 aufregende Touren und mir gelingt unter anderem die Route Dtang Jai 6c onsight. Im selben Gebiet befinden sich zwei englischsprachige Kletterer, Andrzej kennt einen davon, er gehört zum CMRCA Team und ich frage ihn gleich, ob sie an einem der nächsten Tage ein Kletterfoto Shooting für mich machen können. Er bejaht und ich gebe ihm meine Mailadresse. Kurz sieht es so aus, als ob es gleich regnen würde, wo es am Vormittag wolkenlos war. Doch der Donner samt Wolken verzieht sich bis auf ein paar Tropfen wieder. Wir vereinbaren für morgen den Rasttag, ich will aber heute noch irgendwie nach Chiang Mai kommen und bekomme Andrzejs Thai Telefonnummer, um etwas auszumachen, wenn ich in der Stadt bin. Nach dem Klettern setze ich mich etwas zur Familie an die Restaurantbar. Nach der Dusche ist es für das Songtheao allerdings schon zu spät und entscheide mich für eine riskante Fahrt mit dem spiegel- und fast licht- und bremsenlosen Moped nach Chiang Mai. Im Straßengewirr des Zentrums ist die Orientierung zunächst ziemlich kompliziert. Ich kurve ziemlich lange umher und frage einen Westler, der mir den Weg Richtung Walking Street weist, ein riesiger Nachtmarkt, der alles hat, was man sich vorstellen kann. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass, abgesehen von dem üblichen Souvenir Krims Krams, jeder dort etwas zum Besten gibt, das er gut kann, sei es nun Musik, Kunststücke oder was auch immer. Jeder Einheimische scheint auf irgendeine Art und Weise Geld machen zu wollen. Da ich erst knapp vor 22 Uhr in Chiang Mai eintreffe, ist es zu spät, um mit Andrzej etwas auszumachen. Ich streife etwas umher, sauge das Marktflair ein und esse an Straßenständen. Schließlich gehe ich hoch zu einer Rooftop Bar, die ich schon von einem früheren Chiang Mai Aufenthalt her kenne und staune nicht schlecht, als Jim, ein Thai mit Afrofrisur, den ich von der Chill Out und Sunset Bar in Tonsai vom Vorjahr her kenne, mit einem Freund an einem Tisch sitzt. Ich setze mich gleich zu ihnen und wir unterhalten uns kurz. Er befindet sich auf einer Thailand Rundreise und arbeitet nun in einer Bar auf Koh Payam. Sein Freund fährt ein Tuk Tuk und bringt uns damit zur Bar Ausgehmeile von Chiang Mai. Hier sieht man viele Westler beim Abfeiern, was mir mittlerweile geradezu fremd ist. Wir sitzen an einer Bar und schauen dem Treiben angetrunkener Touristen zu. Am tollsten ist es noch in einer Kneipe, wo eine einheimische Band Reggae spielt. Jim will länger ausgehen, ich verabschiede mich gegen 1 Uhr, irre aber dann, auch aufgrund falscher Informationen, mehr als 2 Stunden durch Chiang Mai, bis ich endlich mein Moped wiederfinde. Genauso kompliziert ist es, aus dem verwirrenden Einbahnsystem von Chiang Mai wieder herauszufinden. Ich gerate auch noch in eine Polizeikontrolle, glücklicherweise inspizieren sie mein Schrottmoped nicht näher. In der Nacht hat es doch ziemlich abgekühlt und die lange Heimfahrt verläuft fast schon frostig. Erst gegen 5 Uhr Früh falle ich ins Bett, waszum Glück nicht so erheblich ist, weil ja morgen ein Rasttag ist.

Montag, 30. März 2015:

Che Guevara und Jimmy Hendrix

Che Guevara und Jimmy Hendrix

Ich schlafe bis 12 Uhr mittags und es ist bereits sehr heiß im Zimmer. Ich packe den Rasttag Rucksack zusammen und spätstücke anschließend. Heute möchte ich möglichst alle Sektoren am Crazy Horse Buttress ausfindig machen und Routen finden, die für das Fotoshooting in Frage kommen. Per Moped starte ich gegen 14 Uhr und bin fast 4 Stunden im Klettergebiet am Weg, es gibt immerhin 17 Sektoren dort. Dabei entdecke ich richtig imposante Kletterrouten in tiefen Höhlen, teilweise extrem ausgesetzt und ich bin schwer beeindruckt und gleichzeitig froh, die verschiedenen Anmärsche angetreten zu haben, andernfalls hätte ich wohl nie von der Existenz dieser teilweise atemberaubenden Sektoren erfahren. Ich will mir noch den Tad Moei Wasserfall ansehen, der sich etwa 10 km vom Klettergebiet entfernt befinden soll. Leider stimmen die Angaben im Kletterführer nicht wirklich und ich fahre mit der Klapperkiste extrem steile, löchrige Straßen hinauf und ich habe gleichzeitig Angst davor, mit meiner einzigen räudigen Bremse da wieder hinunter zu müssen. Obwohl auch Einheimische deuten, dass es nicht mehr weit sein kann, muss ich doch umkehren, weil ich sonst ins Dunkle gerate, was auf diesen Straßen ohne Vorderlicht bzw. Stirnlampe schnell ins Auge gehen kann. Da ich schon gestern sehr lange in Chiang Mai herumgesucht habe, ärgere ich mich heute besonders ob der erfolglosen weiten Herumfahrerei. Es ist schon dunkel, als ich wieder im Jira Homestay eintreffe. Bald danach gehe ich dort Abendessen und setze mich dabei wie immer an die Bar, um der einheimischen Familie näher zu sein. Dort und noch weiter im Zimmer setze ich den Blog fort. Gegen 00:45 Uhr versuche ich, zu schlafen. nachdem ich zuvor schon für 45 Minuten eingeschlafen bin.

Dienstag, 31. März 2015:

San Kamphaeng Hotsprings

San Kamphaeng Hotsprings

Bis 3 Uhr finde ich keinen Schlaf, klar, wo ich am Vortag doch erst um 12 Uhr mittags aufgestanden bin. Aber knapp nach 6 Uhr bin ich wieder wach, weil man irgendwo eine monotone Männerstimme ewig lange durch ein Megaphon dröhnen hört. Auch die vielfältigen Tierstimmen morgens rauben einem leicht den Schlaf. Ich lasse mir Zeit, frühstücke gemütlich und bin einige Minuten früher als Andrzej am Fels, der wieder mit dem Moped ankommt. Wir visieren den Hauptsektor Crazy Horse Area an, nach einer knappen Stunde aufwärmen in leichteren Routen steige ich in die Route Blood, love and steel 6c ein, wo guter Gleichgewichtssinn gefragt ist. Bereits im zweiten Versuch gelingt sie mir rotpunkt. Gleich verhält es sich mit der Route Sandbag 6c im Sektor The Archway. Mit zwei 6c’s an einem Tag bin ich hochzufrieden. Chad, der gestern per Mail geschrieben hat, dass er sich heute anschließen will, taucht aber doch nicht auf. Es sind aber heute gut und gerne an die 15 Leute allein im Hauptsektor, was für die beginnende Nachsaison nicht wenig ist. Über Mittag befindet sich die Crazy Horse Area in der prallen Sonne, vor allem für den Sichernden, was einem schnell die Energie aussaugt. Gegen 17 Uhr sind wir wieder beim Parkplatz. Ich marschiere wieder zum Jira Homestay, packe aus bzw. um und entscheide mich heute, den San Kamphaeng Hotsprings per Moped einen Besuch abzustatten, die sich etwa in 5 km Entfernung befinden. Wegen der fortgeschrittenen Zeit sind glücklicherweise kaum mehr Touristen vor Ort. Es sind recht imposante Wasserfontänen, die mit 105 Grad Celsius aus dem Erdboden schießen. Die Shops haben bereits geschlossen, sonst kann man sich hier etwa Eier kochen lassen. Ich gehe das Areal ab, es gibt auch ruhig gelegene Bungalows dort und einladende Teiche, wo man sich aber leicht verbrennen könnte. Hier befindet sich auch eine Art abgeleitetes Bächlein, das durch einen schön bepflanzen Garten an den Shops und Massagesalons vorbeiführt. Dort hat das Wasser „nur“ mehr etwa 40 Grad und ich tauche in einen kleinen Pool, um meine geschundene Klettermuskulatur auszukurieren. Das warme Wasser tut gut. Ein vorbeikommender Chinese macht das oben abgebildete Foto. Die Bekleidungsetiktte verlangt es jedoch, dass auch der Oberkörper im Wasser bedeckt sein muss- für mich eine ganz neue Erfahrung. Als es bereits dämmert, gehe ich noch hinüber zum Mineralien Swimmingpool und plansche noch eine Stunde dort. Ein älterer Japaner ist ebenfalls beim Schwimmen und wir unterhalten uns. Er ist bereits seit 3 Monaten in Chiang Mai, hat dort eine Wohnung gemietet und bleibt noch 3 weitere Monate. Wir schwimmen bis 20 Uhr, zum offiziellen Badeschluss. Der Japaner fährt mit seinem Auto hinter mir, weil er wissen will, wo sich das Klettergebiet bzw. das Jira Homestay befinden. Beim Einparken bricht der Schalthebel vom Moped- zum Glück ist mir das nicht irgendwo in der Pampa passiert, wie etwa auf der Nachtfahrt nach Chiang Mai. Ich gehe zum Abendessen und verdrücke eine ordentliche Portion, zuerst Gemüseomelett, dann Fried Chicken Cashew Nut mit Reis. Ein Westler mit einer Thai kommt an die Theke. Er erweist sich als Schweizer, sie ist seine Frau, sie haben in Mae On ein Haus gebaut und wohnen 6 Monate dort und 6 Monate ab April in der Schweiz. Um 22 Uhr bin ich wieder in meinem Zimmer, versuche am Blog weiterzutippen, schlafe aber bereits etwa eine halbe Stunde später ein. CMRCA hat auch heute keinen Kontakt mit mir aufgenommen wegen der Fotosession, was mir dann aber auch egal ist, es wird sich in diesem Trip nicht mehr ausgehen. Ich erhalte jedoch nochmals eine Mail von Chad, dass er sich morgen zum Klettern anschließt.

Mittwoch, 1. April 2015:

The Incinerator 7a, The Furnace, Crazy Horse Buttress, Chiang Mai, Thailand

The Incinerator 7a, The Furnace, Crazy Horse Buttress, Chiang Mai, Thailand

Um 1:45 Uhr erwache ich mit großem Durst und muss mir etwas zu trinken holen. Nach einer halben Stunde schlafe ich wieder ein und bis 6:45 Uhr- heute präventiv mit Ohropax- gut durch. Ich vervollständige gleich den gestern abgebrochenen Blog und gehe um 7:30 Uhr ans Kletterzeug packen und frühstücken. Knapp vor 9 Uhr bin ich wieder beim Parkplatz zum Crazy Horse und werde wie immer von den 2 Hunden vom Jira Homestay begleitet, die mich schon täglich beim Aufstehen vor meinem Zimmer freudig begrüßen. Die Sonne brennt jetzt schon wieder erbarmungslos vom Himmel. Andrzej wartet bereits. Er wärmt im Sektor The Hoof auf, ich im Sektor The Furnace. Da kommt Chad, der ja in Thakhek so lange mein Zeltnachbar war. Er wohnt ja in Florida und arbeitet als Techniker für die US Navy. Da er den einwöchigen Freiwilligenjob in der anderen Richtung bei Chiang Mai angenommen hat, hat er eine eineinhalbstündige Anreise mit seinem Roller. Er klettert im The Furnace und The Junkyard, Andrzej schafft sein 6c Projekt im Sektor The Archway und auch ich kann endlich mein letztes großes Projekt The Incinerator 7a erfolgreich rotpunkt abschließen. Kurz davor gehe ich hinunter zum Parkplatz, um meine Wasserflasche beim CMRCA Wassertank zu füllen. Deren Auto will aber gerade samt Wassertank und Kletterern wegfahren, als plötzlich der Mann des älteren englischen Pärchens, das mir in Thakhek noch die Adresse des Jira Homestay gegeben hat, vom Auto springt und mich herzlich begrüßt. Er heißt übrigens Christoph. Seine Ehefrau kommt auch, um mich zu begrüßen. Eigentlich habe ich ja gemeint, dass sie nach Taiwan zum Klettern weitergereist wären. Nach einer Woche Starkregen dort haben sie aber die Segel streichen müssen und sind wieder nach Chiang Mai zurückgekehrt und nun treffe ich sie zufällig hier. Wie klein ist doch die Welt der Kletterer. Wir tauschen die Mailadressen aus und verabschieden uns. Von Andrzej, den ich vielleicht im August in Tonsai wiedersehe, verabschiede ich mich ebenfalls, und zwar bereits früher als von Chad, weil er rechtzeitig seinen Roller zurückgeben muss.  Ich fahre bei Chad am Rücksitz zurück ins Jira Homestay und wir trinken ein gemeinsames Abschlussbier. Danach begleiche ich bei Nongyao die Rechnung und gehe in mein Zimmer, um alles für die Heimreise zu sortieren und zu packen. Zum letzten Mal setze ich mich zum Abendessen an die Theke zu Nongyao und Om und zeige den beiden staunenden Thais ein YouTube Video vom großen Schneefall im Jänner 2014 in Lienz. Ich schreibe einigen guten Freunden wegen meiner bevorstehenden Rückkehr und schlafe gegen 2 Uhr ein.

Donnerstag, 2. April 2015:

Mit Chad

Mit Chad

Um 7 Uhr erwache ich, packe die letzten Sachen zusammen und frühstücke noch einmal im Freien beim Restaurant. Einmal noch begleiten mich die Hunde und ich tratsche mit dem stets gut gelaunten  Besitzerehepaar Nongyao und Om. Sie haben bereits für 9 Uhr ein Songtheao für mich bestellt, das pünktlich erscheint. Weil die Fahrzeuge immer einen Rundkurs von und nach Chiang Mai bestreiten, muss ich also in die Gegenrichtung, dort ist es allerdings doppelt so weit. Die Fahrt verläuft kurzweilig, weil ein 11 jähriger Bub aus Australien, der mit seiner thailändischen Mutter auf Urlaub in seiner zweiten Heimat ist, ganz mitteilungsbedürftig ist. Um halb 11 sollte ich dann ein weiteres Songtheao beim Wararot Markt in Chiang Mai nehmen, womit ich dann spätestens um 11 Uhr am Flughafen eintreffen sollte, was genau passt, für den um 12 Uhr startenden Inlandsflug nach Bangkok soll man bekanntlich eine Stunde vorher vor Ort sein. Das Einchecken und der Flug mit Air Asia verlaufen glatt und um halb 2 Uhr nachmittags bin ich bereits am Don Mueang Airport. Von diesem Inlandsflughafen muss man ja- bei normalem Verkehr- mit einer etwa einstündigen Busfahrt per Shuttle zum International Airport Suvarnabhumi rechnen. Bei erhöhtem Verkehrsaufkommen durch die 13 Millionen Stadt kann die Fahrt bis zu zweieinhalb Stunden dauern. Ich staune nicht schlecht, als plötzlich Leo, der Deutsche, der gleichzeitig mit mir in Thakhek war, ebenfalls aus dem Terminal herauskommt und wir die Busfahrt gemeinsam antreten. Er hat vor der Reise sein Studium beendet und fliegt ganz kompliziert über Shanghai und Frankfurt nach Karlsruhe. Ich finde gleich den Gepäckaufgabeschalter, weil ich keine Lust habe, mit fast 30 kg am Rücken durch das drückend heiße Bangkok zu koffern. Ebenso schnell finde ich den Abgang zum Airport Link, einer Art Schnellzug ins Zentrum. Es ist alles beeindruckend modern hier, was Züge und Ticketsystem angeht und auch die Orientierung fällt überraschend leicht. Nach 8 Stationen steige ich in den noch moderneren Skytrain um, der an den gewaltigen Wolkenkratzern vorbeizieht. Ich habe ein längeres Gespräch mit einem Inder, der etwa in meinem Alter sein dürfte und für 15 Tage nach Thailand zum Meditieren in einen buddhistischen Tempel fährt. Bei der Station Siam angekommen, staune ich nicht schlecht über die pompösen Einkaufszentren in dieser Stadt der Kontraste. Im hochmodernen Shoppingtempel Siam Paragon werde ich auf der Suche nach Souvenirs leider nicht fündig, es gibt nur allerteuerste Markenware, sogar einen Lamborghini könnte man dort kaufen. Mir wird es bei dem Gewusel zu stressig und außer einem Kurzbesuch bei Mc Donalds finde ich nicht wirklich etwas Hilfreiches. Ich muss auch die Zeit etwas im Auge behalten, weil ich ja 2 Stunden vor Abflug im Flughafen sein muss. Und ich habe es schon geahnt, sowohl beim Skytrain, als auch beim Airport Link wuselt es nur so von Menschen und ich benötige trotz der tollen Verkehrsanbindung aufgrund der Wartezeiten wegen der vielen Menschen eine Stunde zurück zum Flughafen. Einchecken, schnell ein paar Souvenirs besorgen und schon befinde ich mich im Oman Air Flug nach Muscat mit Start um 20:30 Uhr. Neben mir sitzen zwei sehr westlich orientierte Iranerinnen, Mutter und Tochter. Ich sehe mir einen Kletterfilm über die Erstdurchsteigung der zweittiefsten Höhle der Welt an, im Oman befindlich, die von Stefan Glowacz und Chris Sharma von unten aus 160 m Tiefe erklettert wurde. Ganz kurz kann ich auch etwas Schlaf finden.

Freitag, 3. April 2015:

Mit Nongyao und Om vom Jira Homestay

Mit Nongyao und Om vom Jira Homestay

In Muscat angekommen, muss der Pilot aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse eine halbe Stunde zuwarten, bis er das Freizeichen zum Andocken an das Gate erhält. Auch im Transitbereich dauert es dann über eine Stunde, bis der Weiterflug mit einer anderen Oman Air Maschine nach München efolgen kann. Fix und fertig ob der Zeitverschiebung und des vorhergehenden sechsstündigen Fluges dauert es nicht lange, bis ich einschlafe und bei 7 Stunden Flugzeit fast 5 Stunden durchschlafe. Neben mir sitzt eine Kanadierin, die in Dubai Englisch unterrichtet und in ihren Ferien ins salzburgische Wagrain zum Skifahren fliegt bzw. fährt. Statt um 7 Uhr landet der Flieger erst eineinhalb Stunden später am Münchener Flughafen, wovon mich mein Freund Waste mit seinem Auto abholt. Wir frühstücken noch bei ihm und ich setze mich dann ins Auto in Richtung Osttirol. Eine tolle, wiederum sehr erlebnisreiche Kletterreise geht hiermit zu Ende…

FOTOS: Klettern in Nordthailand bei Chiang Mai

Geniale Unterkunft direkt neben den Felsen: „Jira Homestay“ in Mae On

Impressionen vom größten Klettergebiet Nordthailands: „Crazy Horse Buttress“

Klettern: The Incinerator (7a), The Furnace, Crazy Horse Buttress, Chiang Mai

Erholung bei den San Kamphaeng Hot Springs

 

 

 

 

 

 

 

 

Rock Climbing Thailand 2013 Reisetagebuch

Posted on Juli 11, 2013 with 16 Comments

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mittwoch,10. juli:
aufgrund der felbertauernsperre starte ich am fruehen nachmittag ueber die grossglockner hochalpenstrasse in richtung muenchen. nach einem besuch bei meinem expeditionskollegen waste in der naehe von muenchen starte ich um 21:50 uhr mit thai airways richtung bangkok.

donnerstag, 11. juli:
es ist jetzt 23 uhr ortszeit und edwin und co. haben noch ein paar internet- gutscheine uebrig. nicht, dass ich sonst nicht geschrieben haette, aber sie haben sie mir gegeben, weil wir morgen zusammen bangkok verlassen, dann muessen sie noch unter die leute.
tja, bei waste in muenchen ging sich sogar noch ein bier aus, anschliessend streifte er mich zum flughafen. echt bloed, niemals zuvor hatte ich mich in muenchen verfahren…trotz etwas zeitpolster wurde es noch ganz schoen knapp, weil ich ja auch in einen stau geriet und voellig in der falschen richtung unterwegs war.
der flug war ok, habe halt nur 3 stunden geschlafen. obwohl bkk eine 16 millionen metropole ist und der flughafen entsprechend riesig ist, hat mich edwin gleich angetroffen. mittels skytrain (eine art „ueberirdische u- bahn auf riesigen stuetzpfeilern“) fuhren wir eine gute halbe stunde durch die eindrucksvollen wolkenkratzerschluchten von bangkok city. weil erhoehtes verkehrsaufkommen herrschte, mieteten wir uns nach der endstation der“o-bahn“, weil es ja noch ein paar kilometer bis zu unserem hostel waren, jeweils den sozius zweier mopeds- diese fahrt grenzte an ein himmelfahrtskommando! in schlangenlinien draengelten sich unsere fahrer durch den dichten verkehr, teilweise rasten sie bei rot ueber die ampel und so knapp zwischen fahrenden autos, dass nur milllimeter fehlten- und das ganze haette mit einem boesen sturz geendet.
die hohe luftfeuchte in dieser megacity machte mir von anbeginn zu schaffen. nach einem kurzen check in im hostel schlenderten edwin und ich durch eine shoppingmeile in der naehe unserer unterkunft, wo wir robert und fabio vermuteten- und fanden sie auch prompt. die drei hatten bereits heute den weiterflug nach chang rai (60 000 einwohner stadt im aeussersten norden thailands) gebucht, hatten fuer mich allerdings nicht gebucht, weil sie nicht wussten, ob ich nicht gleich richtung krabi (suedthailand) zum klettern weiterfliegen wuerde. die gesellschaft der drei war mir aber so fein, dass ich mich prompt dafuer entschied, ebenfalls einen flug in diese ecke thailands zu buchen, die ich bis dato noch nicht kenne. nach einigem flanieren und einigen bierchen trudelten wir zu einer halbwegs vernuenftigen zeit wieder in unserem hostel ein, weil uns unser airportshuttle morgen bereits um 4 uhr frueh abholt. um 7 heben wir ab nach chang rai. auf dem programm stehen wohl flussbefahrungen mit dem floss, besuche bei entlegenen bergvoelkern, elefantenreiten und klettern. da ich ja insgesamt 7 wochen zeit habe (die drei jungs bleiben etwa die haelfte der zeit), habe ich es nicht eilig, in den sueden zu kommen und freue mich schon auf die neuen eindruecke in der dschungel- und bergwelt nordthailands, im grenzgebiet zu laos und burma (myanmar).
man darf also gespannt sein, was die naechsten tage so bringen. nach etwa einer woche wollen wir dann in die inselwelt des suedens fliegen und am meer klettern, worauf ich mich schon jetzt wie ein kleines kind freue!

freitag, 12.juli:
um ca. 5 uhr frueh holt uns ein taxi ab und faehrt uns zum don muang flughafen, von dem aus ausschliesslich inlandsfluege moeglich sind. dort treffen wir zufaellig ein junges paerchen aus virgen (sie hoerten uns tirolerisch reden und quatschten uns an), das- nach zwischenstation bangkok- zu einem dreimonatigen trip nach myanmar und indien aufbricht. um 7:55 uhr heben wir nach chiang rai ab, wo wir eineinhalb stunden spaeter wohlbehalten ankommen. per taxi fahren wir zum jamsom hostel und checken dort fuer 2 tage ein. ich teile mein zimmer mit robert. es ist sauber und besitzt eine klimaanlage. nach einer ersten erkundungstour durch die thangla jet yod -die bekannteste touristenstrasse in chiang rai-  platzieren wir uns in einem thailokal und essen erst mal. zurueck in unserem hostel, buchen wir fuer den morgigen tag eine kombitour zu sehenswertem in der region. edwin und ich nehmen ein songtheao (thaitaxi mit verdeck) und steuern dem „bumerang“- felsen entgegen, wo klettermoeglichkeiten vorhanden sein sollen. unsere erwartungen werden jedoch nicht erfuellt, denn wir finden, neben nassem bis feuchtem fels, nur topropestationen, seilrutschen, flying fox und aehnliches tourizeugs vor- und das alles in einem sicherheitsmaessig bedenklichen zustand- nicht das, was wir erwartet hatten. nach dem abendessen machen wir eine reggae bar unsicher- zuerst vertschuesst sich robert, bald robert- edwin und ich haben das beste sitzleder und jammen und trommeln bis 4 uhr morgens mit feiernden einheimischen und travellern.

samstag, 13. juli:
der wenige schlaf fordert seinen tribut: bereits um halb 8 muessen wir aufstehen, weil um halb 9 die tour losgeht. nach dem fruehstueck begruesst uns eddy, unser thailaendischer tourguide. wir starten zuerst zum weissen tempel, einer buddhistischen hommage an das „leidvolle irdische leben“ mit allerlei new age krims krams.

WEISSER TEMPEL


unsere weiterreise fuehrt uns in ein elefantencamp. robert und ich bzw. fabio mit edwin steigen auf je einen elefanten. der einstuendige ritt durch den dschungel verlaeuft recht kurzweilig. ich bekam auch die moeglichkeit, ohne sattel unmittelbar hinter dem kopf des dickhaeuters zu reiten- ein besonderes erlebnis!

ELEFANTENREITEN